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Umstrittenes Verbot: IBU will weitere Tests abwarten

22.06.2022 12:34
Ab der neuen Biathlon-Saison soll der Einsatz von Fluorwachs verboten werden
© Kirill Kukhmar
Ab der neuen Biathlon-Saison soll der Einsatz von Fluorwachs verboten werden

Ab der kommenden Biathlon-Saison soll der Einsatz von Fluorwachs strikt verboten werden - es sei denn, die letzten Tests der IBU bringen neue Erkenntnisse.

Im Wintersport wird seit Jahrzehnten auf Fluorwachs gesetzt, das bei hohen Temperaturen einen schnelleren Ski garantiert.

Vor zwei Jahren erließ die EU jedoch eine Verordnung, die den Einsatz verbietet. Grund dafür sind Rückstände, die das Wachs im Schnee hinterlässt. Diese sind nicht abbaubar und für Mensch und Umwelt schädlich.

Anfang April verkündete der Biathlon-Weltverband IBU daher, dass der Einsatz von Fluorwachs ab der Saison 2022/2023 nicht mehr erlaubt sein soll. Ganz so sicher scheint die Entscheidung mittlerweile aber nicht mehr zu sein.

In einer Pressemitteilung erklärte die IBU jetzt, dass sie nach Erhalt eines Berichts ihrer Fluorwachs-Arbeitsgruppe im Juli eine abschließende Test-Session organisieren wird.

Bislang hatte es keine schlüssigen Ergebnisse gegeben, die das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Fluorwachs auf den Skiern belegen würden.

Erst nach Abschluss der Tests soll endgültig über die Umsetzung des Verbots entschieden werden. "Faire Wettkämpfe für alle Athleten und Teams müssen durch ein zuverlässiges Testverfahren garantiert werden", erklärte die IBU.

Biathlon: Erschreckende Ergebnisse bei Kontroll-Tests

Bis zuletzt war der Plan der Verbände, mit Hilfe eines Spektrometers ab dem kommenden Winter zu prüfen, ob sich die Nationen wirklich an das Fluorwachs-Verbot halten. Getestet wurde dieses Verfahren schon in der vergangenen Saison, wirklich wasserdicht ist es allerdings bis heute nicht.

Als das schwedische Materialteam das Gerät, das bei der Kontrolle zum Einsatz kommen soll, vor einigen Wochen testete, waren die Ergebnisse erschreckend.

Auf die Frage, ob es möglich war, den Kontrollmechanismus auszutricksen, entgegnete Johan Wahlström dem schwedischen TV-Sender "SVT": "Ja, es war sogar sehr einfach. Im Moment sind wir nicht da, wo wir sein sollten."