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Medvedev eine Nummer zu groß

Otte verpasst Sensation in Halle

18.06.2022 16:20
Oscar Otte musste sich Daniil Medvedev geschlagen geben
© IMAGO/Mathias Schulz
Oscar Otte musste sich Daniil Medvedev geschlagen geben

Tennisprofi Oscar Otte hat trotz einer lange starken Vorstellung eine Sensation gegen den Weltranglistenersten Daniil Medvedev verpasst und ist im Halbfinale des Rasenturniers von Halle/Westfalen ausgeschieden. Der 28 Jahre alte Kölner unterlag am Samstag dem Topstar aus Russland 6:7 (3:7), 3:6 und muss weiter auf seine erste Endspiel-Teilnahme warten.

Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad verwandelte Medvedev nach 1:37 Stunden seinen ersten Matchball und vermied eine erneute Halle-Niederlage gegen einen deutschen Außenseiter. 2021 hatte der US-Open-Sieger in Runde eins gegen Jan-Lennard Struff verloren. Otte, der noch nie einen Top-10-Spieler bezwungen hat, vergab im ersten Durchgang beim Stand von 5:4 einen Satzball. Im zweiten Satz war Medvedevs Break zum 4:2 entscheidend.

"Ich hatte meine Chancen. Auch heute. Gegen die Nummer eins muss man die aber auch nutzen, sonst wird es nichts", sagte Otte im ZDF, noch überwog beim 28-Jährigen die Enttäuschung. Aber: "Es hat mega Bock gemacht hier vor 11.000 Fans, das Turnier war wieder ein Schritt in die richtige Richtung."

Trost für Otte: In der kommenden Woche wird er mindestens als Weltranglisten-38. und damit so hoch wie nie geführt sein. Medvedev trifft im Finale am Sonntag (15.00 Uhr/ZDF und Eurosport) auf den Polen Hubert Hurkacz (Nr. 5), der den Australier Nick Kyrgios in drei Sätzen besiegte.

Otte, noch Nummer 51 der Welt, waren die Strapazen des Viertelfinals gegen Karen Chatschanow (4:6, 7:6, 6:4) zunächst nicht anzumerken. Im ersten Satz musste das Match wegen technischer Probleme für einige Minuten unterbrochen werden, nachdem ein harter Aufschlag Ottes die Netzbefestigung gelöst hatte. Otte ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen, er nahm Medvedev den Aufschlag zum 5:3 ab, musste jedoch in den Tiebreak.

Siebenmal seit der Premiere 1993 ging der Finalsieg in Halle, einem traditionellen Härtetest für das in diesem Jahr am 27. Juni beginnende Wimbledon-Turnier, an einen deutschen Profi. Zuletzt war Florian Mayer 2016 erfolgreich.