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"Schuh-Krieg" und Olympia-Farce erhitzten die Gemüter

Umstrittener Skisprung-Kontrolleur legt Amt nieder

17.06.2022 11:31
Die FIS präsentiert einen neuen Materialkontrolleur
© imago sportfotodienst
Die FIS präsentiert einen neuen Materialkontrolleur

Nach nur einem Jahr als FIS-Materialkontrolleur der Skispringer ist schon wieder Schluss. Der umstrittene Finne Mika Jukkara legt sein Amt auf eigenen Wunsch nieder.

Als "eine Saison voller Emotionen und Herausforderungen" bezeichnete Jukkara den vergangenen Skisprung-Winter in einem von der FIS veröffentlichen Statement. Persönliche Gründe seien ausschlaggebend für seinen vorzeitigen Abschied vom Weltverband.

"Wir haben in Zusammenarbeit mit meinen Kollegen, den FIS-Komitees und den Teams viele Änderungen in den Regeln bezüglich Ausrüstung und Messungen vorgenommen. Das war ein großer Schritt und ich bin fest davon überzeugt, dass diese Veränderungen unseren Sport noch stärker, transparenter und wertvoller machen werden", bilanzierte Jukkara.

Beteiligung an olympischer Farce bleibt unklar

Doch so positiv, wie Jukkara seine Arbeit des letzten Jahres darstellt, war die öffentliche Wahrnehmung des Finnen selten. Besonders in Erinnerung blieb der kontroverse Mixed-Wettbewerb bei den Olympischen Winterspielen in Peking.

Gleich fünf Athletinnen aus vier Nationen wurden wegen fehlerhafter Anzüge disqualifiziert. Die Top-Nationen Norwegen, Österreich, Deutschland und Japan hatten somit keine Chance auf olympische Medaillen. 

Jukkara wehrte sich in der Folge gegen Vorwürfe, er habe die Kontrollen strenger als sonst durchgeführt. Schließlich habe er in eben jenem Skandal-Wettbewerb ausschließlich die Anzüge der Männer kontrolliert. Die Schuldfrage wurde bis heute nicht restlos geklärt, ein fader Beigeschmack bleibt in jedem Fall.

"Schuh-Krieg" erhitzt die Skisprung-Welt

Klarer ist Jukkaras Beteiligung im vieldiskutierten "Schuh-Krieg" des letzten Winters. Der deutsche Bundestrainer Stefan Horngacher legte im Anschluss an das Weltcup-Springen in Willingen Protest gegen die Schuhe der polnischen Springer Piotr Zyla und Stefan Hula ein. Materialkontrolleur Jukkara gab ihm Recht, die Polen wurden disqualifiziert.

Auf den Finnen folgt nun Christian Kathol. Nach Sepp Gratzer ist er der zweite Österreicher, der diesen Posten bekleidet. Kathol ist bereits seit 2005 Sprungrichter bei der FIS. "Es ehrt mich sehr, die Möglichkeit zu haben, als Ausrüstungskontrolleur im Skisprung-Weltcup zu arbeiten", sagte er.