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eSports

Frankreich verbietet Begriffe wie eSports und Pro Gamer

01.06.2022 10:49
Die Welt des eSports unterliegt in Frankreich zukünftig neuen Regeln
© Tilo Wiedensohler via Imago
Die Welt des eSports unterliegt in Frankreich zukünftig neuen Regeln

Offizielle Dokumente dürfen in Frankreich künftig nicht mehr die Begriffe eSports, Streamer oder Pro Gamer enthalten. Das Kultusministerium begründete den Schritt damit, die Reinheit der französischen Sprache bewahren zu wollen.

Seit Jahrzehnten ist man in Frankreich darum bemüht, die französische Muttersprache gegen äußere Einflüsse zu verteidigen. Daher kommt es immer wieder vor, dass bestimmte Begriffe nicht mehr in offiziellen Dokumenten verwendet werden dürfen.

Deshalb wird der Begriff eSports laut einem Artikel des Guardian durch die Bezeichnung "jeu video de competition" ersetzt. Das deutsche Äquivalent wäre kompetitives Videospiel.

Aus dem Pro Gamer wird der "joueur professionnel" (Professioneller Spieler) und Streamer müssen zukünftig als "joueur-animateur en direct" (Live-Vorspieler) bezeichnet werden.

Wohl kaum Auswirkungen auf den Alltag

Da sich die englischen Begriffe allerdings weltweit etabliert haben, dürften sich französische Internetportale oder Berichterstatter von eSports-Veranstaltungen herzlich wenig für die neuen Vorgaben interessieren. Wer allerdings beispielsweise staatliche Fördergelder beantragt, muss sich in Zukunft mit dem neuen Vokabular vertraut machen.

Dass es sich bei derartigen Vorgaben eher um symbolische Aktionen handelt, wird im Fall des verbannten Begriffs Wi-Fi deutlich. Denn obgleich die Bezeichnung "l'access sans fil à internet" (Kabelloser Internetzugang) vorgeschrieben wurde, hat sich diese im französischen Alltag wenig überraschend nicht etabliert.

Einen durchaus praktischen Grund für die Bemühungen stellt jedoch die Tatsache dar, dass ältere Menschen wenig mit Begriffen wie eSports oder Pro Gamer anfangen können.

Wenn nun also in offiziellen Dokumenten die französischen Bezeichnungen auftauchen, könnte dies daher immerhin für weniger Verwirrung bei fachfremden Leuten sorgen.