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Skisprung-Star kritisiert neuen Weltcup-Kalender

27.05.2022 14:25
Skisprung-Star Peter Prevc ist besorgt
© Jan Hetfleisch, getty
Skisprung-Star Peter Prevc ist besorgt

Weil der internationale Ski-Verband FIS in der kommenden Saison mit der Fußball-WM in Katar einen übermächtigen Gegner hat, wurden die Weltcup-Kalender fast aller Wintersportarten verändert, um den Kollisionskurs so gut es geht zu vermeiden. Die Veränderungen bringen aber neue Herausforderungen mit sich, wie der slowenische Skisprung-Star Peter Prevc nun beklagte.

Vom Skisprung-Kalender der Saison 2022/23 hält Peter Prevc nicht besonders viel. "Ich glaube nicht, dass das gut ist", kritisierte der Slowene im Gespräch mit dem Online-Portal "siol.net".

Was ihm missfällt: Die neue Saison geht früher los (05. November), endet aber erst Anfang April. Nach dem Eröffnungsspringen in Wisla legt der Tross eine dreiwöchige Pause sein - wegen der Fußball-WM. Dadurch wird der Skisprung-Kalender in der zweiten Saisonhälfte stark komprimiert, Springerinnen und Springer müssen Anfang 2023 also im Wochentakt ran. 

"Dadurch haben wir weniger Zeit zu trainieren. Es gibt keine Pausen wie in der Formel 1 oder MotoGP. Die haben zwar eine wesentlich längere Saison, aber sie haben zwischendrin freie Wochenenden. Es gibt auch nicht jede Woche einen Slalom", klagte Prevc, der meint: "Unsere Taktung ist ziemlich schlecht."

Er hoffe, dass es keine Folgen durch Überbelastung geben werde. "Aber es wird mehr Stress geben", warnte der Team-Olympiasieger. 

Auftaktspringen ohne Wert?

Sloweniens Cheftrainer Robert Hrgota versucht unterdessen, das Positive zu sehen: "Auf der einen Seite fängt die Saison früh an. Auf der anderen Seite haben wir nach Wisla mehr Zeit für die weitere Vorbereitung."

Das Problem dabei: Wenn die heiße Vorbereitung sowieso erst nach Wisla beginnt, verkommt der erste Weltcup-Halt zu einem Springen ohne großen Wert. Daher verspricht Hrgota auch nur vorsichtig: "Wir werden versuchen, beim ersten Springen auf dem höchstmöglichen Level zu sein."