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"Ich komme nicht für das Achtel- oder Viertelfinale zurück"

So schätzt Thiem Zverevs Grand-Slam-Chancen ein

25.05.2022 10:43
Dominic Thiem (r.) will auf der Tour wieder durchstarten
© Antonio Borga via www.imago-images.de
Dominic Thiem (r.) will auf der Tour wieder durchstarten

Dominic Thiem erreichte in seiner Tennis-Karriere bislang vier Grand-Slam-Endspiele, gewann 2020 die US Open und rangierte bereits auf Platz drei der Weltrangliste, dann setzte eine hartnäckige Handgelenksverletzung den Österreicher neun Monate außer Gefecht. Seit einigen Wochen ist der 28-Jährige nun wieder zurück auf der Tour, kassiert allerdings Erstrunden-Pleite um Erstrunden-Pleite. Im Interview hat Thiem nun über die schwere Zeit gesprochen.

"Fitnessmäßig bin ich wieder bei 100 Prozent. Aber spielerisch erst bei 60 bis 70 Prozent", erklärt Thiem im Gespräch mit der "Sport Bild". "Große Dinge" könne er aber wohl erst in der zweiten Jahreshälfte erreichen.

Druck macht sich der Österreicher allerdings nicht. Seine Pleitenserie sei nach seiner langen Auszeit "normal und überhaupt nicht beunruhigend". Über die zuletzt gehäuften Fehler in seinem Spiel ärgere er sich zwar, wichtig sei allerdings erst einmal, dass sein "Handgelenk keine Probleme mehr macht".

Zweifel daran, dass er wieder ganz vorne angreifen kann, lässt Thiem jedoch gar nicht zu. "Ich bin definitiv davon überzeugt, dass ich wieder nach ganz oben kommen kann. Wenn ich nicht daran glauben würde, dass ich wieder um Grand-Slam-Titel mitspielen kann, würde ich den Aufwand nicht betreiben. Ich komme nicht für das Achtel- oder Viertelfinale zurück."

Das sind Zverevs Chancen bei den French Open

Um das Viertelfinale zu erreichen, bewegt sich laut Thiem auch Alexander Zverev nicht auf der Tour. Die deutsche Nummer eins, die Thiem 2020 im Finale der US Open nach einem 0:2-Satzrückstand noch niederrang, werde "bald seinen ersten Grand-Slam-Titel" gewinnen, sofern alles normal laufe, so Thiem.

Bei den derzeit laufenden French Open sieht Thiem jedoch noch andere Spieler vorne. Topfavoriten seien für ihn Sandplatzkönig Rafael Nadal, Novak Djokovic und Aufsteiger Carlos Alcaraz. "Danach kommen Zverev und [Stefanos, d.Red.] Tsitsipas", so der Tennis-Star.

Apropos Nadal: Der Spanier, der in seiner Karriere auch mehrere Verletzungsrückschläge hinnehmen musste, ist für Thiem kein Vorbild bei seinem Weg zurück. "Rafa ist eine absolute Ausnahmeerscheinung. Von jeder Verletzung ist er scheinbar problemlos zurückgekommen und hat sofort wieder richtig gut gespielt. Es wäre vermessen, ihn zum Vorbild zu nehmen."