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"Unverschämt": Heftige Kritik an Langlauf-Kandidatur

24.05.2022 11:12
Yelena Välbe steht massiv in der Kritik
© IMAGO/Pavel Bednyakov
Yelena Välbe steht massiv in der Kritik

Die Präsidentin des russischen Langlauf-Verbands, Yelena Välbe, will sich zur Wiederwahl für den FIS-Vorstand stellen. In der skandinavischen Wintersport-Szene sorgt dieses Vorhaben für heftige Kritik.

Am 25. und 26. Mai tagt der internationale Skiverband (FIS) in Mailand. Im Rahmen der Veranstaltung wird auch der neue Vorstand gewählt. Die russische Langlauf-Präsidentin Elena Välbe will wieder für einen Posten im Gremium kandidieren.

Aufgrund des russischen Angriffskriegs in der Ukraine verurteilen mehrere skandinavische Funktionäre die Ankündigung der 54-Jährigen.

"Es ist unglaublich unverschämt. Wir verurteilen ihre Kandidatur aufs Schärfste", erklärte Markku Haapasalmi, Vorsitzender des finnischen Skiverbands gegenüber "Ilta-Sanomat".

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Nach Angaben der finnischen Zeitung hatte Välbe erklärt, dass "der Nazismus aus der Welt ausgerottet werden sollte" und damit die Propaganda von Russlands Machthaber Wladimir Putin wiederholt.

Haapasalmi findet, dass Välbe nicht im FIS-Vorstand bleiben sollte. "Bei diesen brutalen Kriegsverbrechen und den harten Maßnahmen, die wir miterlebt haben, keineswegs", führte er aus.

Die Vorsitzende des schwedischen Skiverbands, Karin Mattsson, kündigte gegenüber "SportExpressen" an, dass sie nicht für Välbe stimmen wird.

Der schwedische Langläufer Marcus Grate äußerte sich ebenfalls. "Es besteht keine Möglichkeit, dass Välbe einen Sitz im Vorstand bekommt. Es ist schlimm, dass sie überhaupt berechtigt ist", sagte der 25-Jährige. Russland dürfe "auf diese Weise nicht mehr Teil des Sports sein", so Grate.

Die FIS betonte gegenüber "Dagbladet", dass Aktivitäten "auf politisch neutrale Weise" durchgeführt werden sollen. Välbe gehört die 23 Kandidatinnen und Kandidaten, die sich um die 18 Sitze im FIS-Vorstand bewerben.