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Nach "schwerer Zeit": Freitag nimmt Arbeit als Scout auf

21.05.2022 12:44
Richard Freitag zieht sich aus dem professionellen Skispringen zurück
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Richard Freitag zieht sich aus dem professionellen Skispringen zurück

Das Ausbleiben der früheren Erfolge war laut Richard Freitag einer der Gründe für seinen Rückzug aus dem professionellen Skispringen.

Nach rund 13 Jahren im Skisprung-Zirkus hat Richard Freitag nach der vergangenen Saison einen Schlussstrich gezogen.

Die großen Erfolge liegen nunmehr schon einige Jahre zurück, die Weltspitze sprang in anderen Sphären.

"Wenn du über Jahre im Weltcup gesprungen bist, dann im Kontinentalcup oder sogar in den FIS-Cup musst – das war eine schwere Zeit", bekannte Richard Freitag im Gespräch mit der "Sächsischen Zeitung".

Bis zum Wettkampf im Kontinentalcup in Brotterode Mitte Februar habe er allerdings "immer das Gefühl" gehabt, "da ist mehr drin".

Skispringen: Sprünge von Richard Freitag "so lala"

Deshalb habe er in der Saison 2021/22 auch noch einmal all seine Kräfte zusammengesucht und es über die nationale Gruppe zum Springen in Titisee-Neustadt in den Weltcup geschafft. Dort landete er in zwei Springen jeweils auf dem 21. Platz.

"Das war okay, trotzdem habe ich gemerkt, die Sprünge sind so lala. Ich kam nie wieder zu dem stabilen Sprung. Da wusste ich, es wird sehr, sehr eng", analysierte Freitag rückblickend.

Nach Brotterode sei er anschließend mit dem Ziel angereist, sich weiter zu verbessern. "Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich wirklich daran geglaubt, dass es noch was gibt, was ich ausprobieren könnte, um irgendwie wieder an die Weltspitze ranzukommen. Da war noch Energie." Im letzten Durchgang kahm ihm dann aber der Gedanke, seine Karriere zu beenden.

"Mein Herz hängt an dem Sport"

Künftig wird Freitag dem DSV als Talentscout erhalten bleiben. Zusammen mit Skisprung-Ikone Martin Schmitt soll er die deutschen Stars von morgen unter die Lupe nehmen.

"Mein Herz hängt an dem Sport. Daher ist die Idee, dass ich mich erst mal tageweise an den D/C-Nachwuchskader binde und bei Lehrgängen unterstütze", erklärte er.

Parallel will Freitag an der TU München Sportwissenschaften studieren, eine Tätigkeit als Trainer sei derzeit nicht sein "Hauptaugenmerk".

Los geht es Ende Mai auf dem ersten Lehrgang in Hinterzarten. "Da geht es für mich darum, die Jungs mal kennenzulernen. Ob und wie ich mal an die Stützpunkte angegliedert werde, wird sich zeigen, auch, wie es mit dem Studium vereinbar ist", sagte er.

Richard Freitag gewann 2018 in Pyeongchang mit der deutschen Mannschaft die Silber-Medaille. Insgesamt gelangen ihm je acht Weltcup-Siege im Einzel und mit dem DSV-Team. 2017/18 war Platz zwei seine beste Platzierung im Gesamtweltcup.