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"Super zufrieden mit dem Fortschritt"

Mercedes ärgert Red Bull und Ferrari im 2. Freien Training

20.05.2022 18:55
Mercedes pirscht sich heran
© IMAGO
Mercedes pirscht sich heran

Charles Leclerc hat beim Grand Prix von Spanien den Freitag dominiert und ist in beiden Freien Trainings in Barcelona Bestzeit gefahren. Nach 1:19.828 Minuten im FT1 konnte er sich im FT2 auf 1:19.670 Minuten steigern und damit die beiden Mercedes-Piloten George Russell (+0,117) und Lewis Hamilton (+0,204) auf die Plätze verweisen.

Dass Mercedes so weit vorn mitmischt, kommt nach dem bisherigen Saisonverlauf überraschend. Allerdings fährt das Team nach Miami schon wieder mit einem Update. Diesmal sind unter anderem der Unterboden und die Frontflügel-Endplatte neu. Ähnlich wie bei den Topfavoriten Ferrari und Red Bull, die ebenfalls Unterboden und Teile des Flügelwerks aktualisiert haben.

Die Überraschung über die starke Mercedes-Form hält sich bei der Konkurrenz in Grenzen: "Ich sage schon das ganze Jahr, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die ihre Probleme in den Griff bekommen", meint etwa Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

Und die Mercedes-Updates scheinen Wirkung zu zeigen: "Das Auto hat für den Fahrer am Kurveneingang ein bisschen ruhiger ausgesehen, besser zu kontrollieren", beobachtet "ORF"-Experte Alexander Wurz. "Das war ein Manko, das sie wegen des Gripverlusts durch dieses 'Bouncing' hatten."

Wurz weiter: "Ich glaube, dass Red Bull und Ferrari hier absolut die Möglichkeit haben, die Poleposition zu erfahren. Aber die starke Zeit von Russell und Hamilton, zur selben Zeit auf der Strecke, das ist schon eine schöne Ansage."

Hamilton: Strahlendes Lächeln im Gesicht

Hamilton konnte sich das Lächeln nach der Session nicht verkneifen: "Positiv. Ich bin super zufrieden mit dem Fortschritt. Ein fettes Dankeschön an alle in der Fabrik! Wir sind zwar noch nicht die Schnellsten. Das war das erste Mal, dass ich auf der Geraden kein 'Bouncing' hatte. Es ist noch nicht ganz weg, aber es ist viel besser als vorher."

Lokalmatador Carlos Sainz wurde Vierter, 0,320 Sekunden hinter seinem Ferrari-Teamkollegen auf P1. Der Spanier war damit im zweiten Training sogar um einen Tick langsamer als im ersten. Max Verstappen belegte den fünften Platz, 0,336 Sekunden hinter Leclerc, aber 0,197 Sekunden vor Fernando Alonso (6./Alpine), dem zweiten Spanier im Feld.

Verstappen war nach dem Training nicht ganz zufrieden: "Schwierig, die richtige Balance zu finden, bei der Hitze. Die Longruns waren okay, damit bin ich zufrieden. An der einzelnen Runde müssen wir noch arbeiten", sagt er. "Jetzt müssen wir den goldenen Mittelweg finden. Zumindest bleibt das Wetter stabil, das macht's ein bisschen einfacher."

Vettel: Wie lief's mit dem "grünen Red Bull"?

Mit großer Spannung wurde erwartet, wie sich Sebastian Vettel und Lance Stroll im runderneuerten Aston Martin schlagen würden, der laut Kritik von Helmut Marko eine plumpe Kopie des Red Bull RB18 ist. Vettel war im ersten Training 16. geworden, konnte sich am frühen Abend aber auf Rang acht steigern. Rückstand auf Verstappen: 0,697 Sekunden. Stroll wurde 13.

Die Session war noch keine zehn Minuten alt, da blieb Valtteri Bottas Ende Start und Ziel ohne Vortrieb stehen. "Da ist was gebrochen", funkte er an die Alfa-Romeo-Box. Erster Verdacht von "ORF"-Experte Alexander Wurz: "Motor." Für Bottas war der Freitagnachmittag somit nach nur drei Runden beendet.

Technische Probleme gab's auch bei McLaren, dem Team mit den meisten Updates (zehn bei der FIA gemeldete Änderungen vor acht von Aston Martin und Alfa Romeo). Lando Norris konnte nur sechs Runden drehen, weil er sich beim Ritt über den Randstein in Kurve 9 den Unterboden beschädigt hatte. Er wurde 20. und Letzter; Daniel Ricciardo belegte in FT2 Rang 15.

Lob von Günther Steiner für Mick Schumacher

Übrigens: Das einzige Team, das ohne Updates nach Barcelona angereist kam, ist Haas. Trotzdem belegte Mick Schumacher (+1,087) den zehnten und Kevin Magnussen (+1,343) den zwölften Platz im zweiten Freien Training. Teamchef Günther Steiner hatte bereits vor der Session erklärt, er wolle erstmal abwarten, ob die anderen Teams mit ihren Updates wirklich Fortschritte machen.

Eine Taktik, die aufzugehen scheint, auch wenn Steiner bewusst ist: "Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Im Moment sieht's gut aus, ich bin zufrieden. Aber Qualifying ist morgen." Außerdem freut er sich im 'ORF'-Interview über Schumachers gute Leistung: "Man sieht, dass Mick Fortschritte macht. Das ist schön zu sehen."