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Kollektives Kopfschütteln: Widerstand gegen FIS-Pläne

19.05.2022 10:49
Der Kalender für den Ski-Weltcup steht noch nicht fest
© IMAGO/Pierre Teyssot
Der Kalender für den Ski-Weltcup steht noch nicht fest

Der neue FIS-Präsident Johan Eliasch will den Skisport revolutionieren. Der Milliardär will unter anderem den Kalender der Kombinierer grundlegend verändern. Das kommt nicht überall gut an.

Die Kombination der Alpinisten könnte künftig in einem veränderten Format über die Bühne gehen. Geht es nach Plänen der neuen FIS-Leitung, soll nicht mehr die Abfahrt mit dem Slalom, sondern die Abfahrt mit dem Super-G und der Riesenslalom mit dem Slalom kombiniert werden. Acht solcher Rennen sollen jeweils für Herren und Damen im Weltcup 2022/23 stattfinden.

Pläne, die in der Ski-Welt nach Angaben des Schweizer "Blick" für "kollektives Kopfschütteln" gesorgt haben sollen. Das Blatt zitiert hierzu den Schweizer Ski-Alpin-Direktor Walter Reusser: "Ich bin aus drei Gründen dagegen."

Zum einen sei "diese neue Form der Kombination" noch "nicht Weltcup-tauglich, weil für dieses Format bis dato noch gar kein griffiges Reglement ausgearbeitet wurde". Zum anderen stellt Reusser den "sportlichen Wert und die Attraktivität dieser Neuerung infrage, weil die Entscheidung ja nicht in einem Rennen fällt, sondern die Ranglisten von zwei einzeln gewerteten Disziplinen zusammengezählt werden".

Letztlich seien die FIS-Pläne "schlecht für die Entwicklung der jungen Athleten". Es gäbe dann derart viele Kombinationen im Kalender, dass "ein Marco Odermatt für die Titelverteidigung im Gesamtweltcup dazu gezwungen" wäre, etwa "in Adelboden nach dem Riesenslalom auch den Slalom zu bestreiten". Dies würde im Umkehrschluss dazu führen, dass es aufgrund der derzeit geltenden Quotientenregelung einen Startplatz weniger für junge Skifahrer gäbe, schloss der Swiss-Ski-Verantwortliche.

Der neue Weltcup-Kalender hatte auch deshalb für Unmut gesorgt, da der Klassiker im norwegischen Kvitfjell gestrichen werden soll. Das Komitee hatte den vorläufigen Kalender auch deshalb zuletzt nicht abgesegnet und an den FIS-Rat zurückgeschickt. Dieser tagt am 26. Mai erneut.