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FIS-Chef kündigt nächste Skisprung-Revolution an

13.05.2022 10:32
Der Skisprung-Zirkus wappnet sich für die Zukunft
© Yohei Osada via www.imago-images.de
Der Skisprung-Zirkus wappnet sich für die Zukunft

Die nächste Skisprung-Revolution ist beschlossen. Mit zwei Neuerungen zur kommenden Saison will der Weltverband FIS die Weichen für die Zukunft stellen. Zudem geht es auch noch den umstrittenen Regeln an den Kragen, die bei den Olympischen Spielen in Peking zum schlagzeilenträchtigen "Anzug-Zoff" geführt haben. 

Es war der Aufreger bei den Skisprung-Wettbewerben in Peking: Weil diverse Anzüge bei der Kontrolle durchfielen, wurden zahlreiche Teams während des Wettkampfs vom Mixed-Wettbewerb disqualifiziert. Auch die deutsche Mannschaft wurde bestraft, weil der Anzug Katharina Althaus nicht den Regeln entsprach. Sage und schreibe fünf Disqualifikationen wurden in Peking in nur einem Wettkampf ausgesprochen. Ein Eklat, aus dem der Weltverband Konsequenzen zieht. 

"Wir müssen ehrlicherweise zugeben, dass wir in dem Wettkampf in Peking einige Herausforderungen hatten", sagte Skisprung-Direktor Sandro Pertile im Interview mit "fis-ski.com". Diese Probleme wurden aber gezielt angegangen, versicherte der Italiener: "Wir wollen für jeden einen fairen Sport präsentieren. Im Moment arbeiten wir hart daran, die Regeln zu präzisieren."

Teil dieser Präzisierung soll ein "transparenteres Kontrollsystem" sein, erklärte Petrile, ohne Details zu nennen. Besagtes Kontrollsystem hatte in Peking offenkundig versagt. Die Springerinnen und Springer beklagten, nach ihren Sprüngen anders als bisher getestet geworden zu sein. So kam es bei der Kontrolle der Anzüge zu den Abweichungen, die letztlich in den Disqualifikationen mündeten. 

Zwei Skisprung-Revolutionen ab 2022/23

Neben den neuen Kontrollregeln verwies der Wettkampfdirektor noch auf zwei weitere "aufregende Änderungen" zur kommenden Saison. Zum einen nannte er in diesem Zusammenhang die Einführung eines Skiflugwettbewerbs für Frauen. "Das ist ein Riesenschritt für den Sport", meinte Pertile. 

Darüber hinaus werde es noch ein "komplett neues Konzept" geben. "Der Kalender für den kommenden Winter ist ein Schritt in die Zukunft des Skispringens", erklärte der Italiener.

Erstmals zu Gesicht bekommen werden die Fans das neue Konzept beim ersten Weltcup-Springen der nächsten Saison. Bei diesem Springen wird ein so genannter "ice inrun track" eingesetzt, also eine künstliche, vereiste Anlaufspur. Diese ist weniger witterungsempfindlich und kann sowohl im Winter als auch im Sommer genutzt werden und ist laut Pertile nachhaltiger.

Zudem werden die Springerinnen und Springer erstmals bei einem Winter-Weltcup-Springen auf den grünen Plastik-Matten landen, die bisher nur im Sommer zum Einsatz kommen. Auch sie sollen ermöglichen, dass Wettkämpfe künftig bei allen Witterungsbedingungen stattfinden können. Der Einsatz von Kunstschnee etwa wäre damit obsolet.