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Debütsieg von ZVO Racing: Ist siegfähig auch titelfähig?

10.05.2022 14:24
Der ZVO-Mercedes wurde gleich am ersten Rennwochenende seiner Favoritenrolle gerecht
© MST
Der ZVO-Mercedes wurde gleich am ersten Rennwochenende seiner Favoritenrolle gerecht

Überrascht hat es wahrlich niemanden. Schon vor der Saison war das neue Team von Philipp Zakowski und Jörg van Ommen bei nahezu allen Konkurrenten ganz oben auf der Liste, wenn sie nach dem härtesten Gegner für die neue Saison im ADAC GT Masters gefragt wurden. Und ZVO Racing hat geliefert: Sieg im zweiten Lauf am Sonntag durch Fabian Schiller und Jules Gounon.

Natürlich war diese Favoritenrolle ein großes Zeichen des Respektes gegenüber Philipp Zakowski, der im vergangenen Herbst dem mittlerweile insolventen Zakspeed-Team den Rücken gekehrt und mit Jörg van Ommen sein eigenes Team aufgezogen hat. Aber natürlich müssen derartige Vorschusslorbeeren auch gerechtfertigt werden. Und ZVO hat sie auf Anhieb zurückgezahlt.

Zakowski bleibt im Gespräch mit "Motorsport-Total.com" bodenständig: "Ich habe das ehrlich gesagt am ersten Wochenende nicht erwartet. Aber so zahlt sich die harte Arbeit über den ganzen Winter aus. Alle halten zusammen, jeder zieht mit. "Ein Sieg beim ersten Wochenende als neues Team in solch einer Meisterschaft ist schon etwas Besonderes."

Der Sieg war in doppelter Hinsicht wichtig. Nicht nur wurde man dem hohen Druck gerecht. Sondern man hat nach einem katastrophalen Samstag zurückgeschlagen, an dem so ziemlich alles gegen die beiden Mercedes-AMG des neuen Rennstalls gelaufen ist.

Für Fabian Schiller kam die Rote Flagge zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Härter wurde nur noch Rutronik Racing getroffen. Als einziger Fahrer konnte sich Schiller nach Wiederaufnahme verbessern, doch mit nur einer Outlap waren die Reifen nicht vernünftig auf Temperatur zu bekommen.

Jan Marschalkowski drehte sich nach einem guten Qualifying in der ersten Runde. Am Ende blieb es bei P14 für Gounon/Schiller. Zakowski nimmt ihn in Schutz: "Er hat vor zwei Monaten das erste Mal überhaupt im GT3-Cockpit gesessen. Das war sein erstes Rennen. Da ist natürlich immer ein Stück Druck mit dabei."

So blieben nur zwei Punkte durch die #4 am Samstag übrig. Am Sonntag folgte dann gleich der Sieg dank Gounons Sensationsmanöver außen herum in der Hasseröder-Kurve gegen Patric Niederhauser.

Team harmoniert perfekt

Begibt sich ZVO also gleich auf die Spuren von Rutronik Racing und SSR Performance, die jeweils gleich auf Anhieb den Titel im ADAC GT Masters geholt haben? Manche wollen das gar nicht gelten lassen, denn wer sich in der Box umsieht, wird viele bekannte Gesichter wiederfinden, die im vergangenen Jahr noch bei Zakspeed gearbeitet haben.

Ob nun neu oder nicht, Schiller ist sich sicher: "Wir haben erst einmal bewiesen, dass wir siegfähig sind. Und ich glaube, wenn man siegfähig ist, eine saubere Saison fährt und keine Fehler macht, ist man auch titelfähig. Der Titel muss unser Ziel sein."

Schiller fährt seine erste Saison im ADAC GT Masters, ist aber schon seit Jahren im AMG-Fahrerkader eine feste Größe. "Grundsätzlich freue ich mich, eine komplette Saison in einer so hart umkämpften GT-Meisterschaft zu absolvieren. Die vergangenen Jahre habe ich zwar viel im Auto gesessen, aber habe nie eine ganze Saison absolviert, auf die ich mich voll konzentrieren konnte", so der 24-Jährige.

Zakowski brachte Schiller, der in den vergangenen Jahren häufig den Pro-Part in Pro-Am-Paarungen gestellt hat, mit Jules Gounon zusammen. Eine perfekte Wahl denn beide harmonieren perfekt miteinander - auf wie abseits der Rennstrecke. Sie bevorzugen ähnliche Set-ups und haben einen ähnlichen Humor (der durchaus robust ist).

"Jules ist ein lustiges Kerlchen und der Fabi auch", sagt Zakowski. "Sie sind tolle Charaktere, auch das ist wichtig für den Teamspirit. Das ist ein unheimlich wichtiges Thema. Das Team an sich muss sich gut verstehen, aber auch die Fahrer unter sich."

"Du kannst die besten zwei Fahrer der Welt auf ein Auto setzen - wenn sie sich nicht verstehen und nicht zusammenarbeiten können, dann bleibt auch da der Erfolg aus. Und wir haben in dieser Hinsicht eine perfekte Konstellation auf beiden Autos."

Das Duo wird von nicht wenigen sogar als das Stärkste im ganzen Feld eingeschätzt. Trotzdem hat das Samstagsqualifying gezeigt, wie schnell es im ADAC GT Masters gehen kann. Deshalb mahnt Schiller, dass man das Risiko von jetzt an im Qualifying minimieren muss.

"Wichtig ist, dass wir unser Risiko in den Qualifyings minimieren. Wir haben eine sehr starke Fahrerpaarung und damit die Chance, in beiden Qualifyings in die Top 5 oder Top 3 zu kommen. Das gilt es umzusetzen. Dann folgt in den meisten Fällen ein erfolgreiches Rennen", sagt er.

Ob das am Red Bull Ring funktionieren wird, muss sich zeigen. Mercedes-AMG fehlte es in Oschersleben an Topspeed, allerdings gilt auf dem Red Bull Ring eine andere BoP, weil die Strecke in die Kategorie "C" fällt, die langsamere Motorsportarena Oschersleben in die Kategorie "D". Und im Vorjahr war Landgraf mit dem Mercedes-AMG siegfähig, nur verpatzte man den Boxenstopp.