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Novum im Skisprung-Weltcup - Reaktion auf Olympia-"Albtraum"

10.05.2022 08:50
Katharina Althaus wurde bei den Olympischen Spielen disqualifiziert
© Koji Aoki via www.imago-images.de
Katharina Althaus wurde bei den Olympischen Spielen disqualifiziert

Auf einem Online-Meeting am Montag hat der Ski-Dachverband FIS die Regeln für das Skispringen im Weltcup-Winter 2022/23 diskutiert. Dabei wurden Beschlüsse getroffen, die für ein Novum sorgen.

Gleich die Eröffnung der Skisprung-Saison am 5. und 6. November im polnischen Wisla dürfte eine Premiere für die Stars der Szene um Weltcup-Gesamtsieger Ryoyu Kobayashi, Karl Geiger und Co. bereithalten: Erstmals in der Geschichte des Winter-Weltcups wird der Landehügel mit Plastikmatten ausgelegt sein. 

Diese Maßnahme hängt eng mit dem ungewöhnlichen Datum der Fußball-WM 2022 zusammen. Diese beginnt aufgrund der klimatischen Bedingungen in Katar erst am 21. November statt im Sommer.

Um Überschneidungen mit dem medienbeherrschenden Großereignis weitestgehend zu verhindern, soll der Skisprung-Weltcup bereits extrem früh im Jahr beginnen. Eine Schneegarantie ist dann nicht gegeben.

"Wir mussten einen Umgang mit dem Problem finden, dass die Fußball-WM im November gespielt wird. Daher beginnen wir die Saison sehr früh und werden nach der Eröffnung in Wisla und dem folgenden Weltcup in Ruka eine kurze Pause einlegen", wird Renndirektor Sandro Pertile von "skijumping.pl" zitiert.

Regeländerungen im Skispringen

Durch die Verwendung der Matten kann auf die Produktion von Tonnen an Kunstschnee verzichtet werden. Ein Umstand, der enorm viel Energie und den Organisatoren viel Geld einspart. Außerdem stellt die Vorbereitung des Kunstschnees immer eine besondere Herausforderung und daher ein Sicherheitsrisiko für die Athleten dar.

Darüber hinaus wurde das im vergangenen Winter häufig in der Kritik stehende Verfahren zum Messen der Anzugmaße abgeändert.

Künftig wird die Größe der Springerinnen und Skispringer in liegender Position mit einem Lasertool gemessen und das Schrittmaß im Sitzen. Das Körpergewicht wiederum soll die zulässige Schrittmaß im Anzug bestimmen.

"Albtraum" beim Olympia-Skispringen in Peking

Vor allem bei den Olympischen Winterspielen in Peking sorgten vermeintlich abweichende Messvorgänge für Diskussionen, die noch Wochen nach den Spielen die Medien in Atem hielten. Unter anderem war die deutsche Mitfavoritin Katharina Althaus betroffen, die später von einem "Albtraum" sprach.

Zudem wird eine neue Serie für Talente eingeführt. In neun Wettbewerben der New Stars Trophy werden Springer im Alter von elf bis 15 Jahren gegeneinander antreten.

Alle Entscheidungen müssen vom FIS-Kongress allerdings noch endgültig abgesegnet werden.