Heute Live
Wintersport

Biathlon statt Skispringen in legendärer Wettkampfstätte

09.05.2022 14:35
Auf dem Gelände der alten Skisprung-Anlage könnten Biathlon-Wettkämpfe stattfinden
© imago sportfotodienst
Auf dem Gelände der alten Skisprung-Anlage könnten Biathlon-Wettkämpfe stattfinden

Die Olympischen Winterspiele 2006 in Turin im Blick, entschied man sich, 2003 eine Schanzenanlage in Pragelato aus dem Boden zu stampfen. Das Stadio del Trampolino verschwand nach den Spielen allerdings wieder von der Weltcup-Bildfläche. Nun soll das Areal neu belebt werden - und als Biathlon-Wettkampfstätte fungieren.

In einer unfassbar engen Entscheidung sicherte sich der Norweger Lars Bystöl 2006 Olympisches Gold im Skispringen von der Normalschanze.

Zweiter wurde der Finne Matti Hautamäki, vor Bystöls Landsmann Roar Ljökelsöy. DSV-Star Michael Uhrmann verpasste das Podest haarscharf.

Ähnlich eng ging es kurz darauf auf der Großschanze zwischen den beiden Österreichern Thomas Morgenstern und Andreas Kofler zu.

Auch Deutschland stellte in den insgesamt sechs Wettbewerben, in denen die Schanze von Pragelato bei den Spielen 2006 eine Rolle spielte, einen Olympiasieger. Georg Hettich errang im Einzel der Nordischen Kombination Platz eins.

Lediglich ein Skisprung-Weltcup nach Olympia

Im Anschluss an das olympische Spektakel fand allerdings nur noch einmal ein Weltcup in Pragelato statt: 2008 gastierte die Skisprung-Elite für ein Wochenende im Stadio del Trampolino.

2009 setzte ein Sommerspringen den Schlusspunkt unter das Skispringen von der Olympia-Schanze.

Hoffnungen, dass die Olympischen Spiele 2026 die Anlage wieder in den Vordergrund rücken würden, zerschlugen sich. Denn inzwischen ist klar, dass Predazzo die Heimat der nordischen Ski-Stars bei dem Event werden wird.

Biathlon statt Skispringen in Pragelato

Aus der Not macht man in Pragelato nun aber angeblich eine Tugend und hat beschlossen eine neue Biathlon-Wettkampfstätte zu errichten.

"Nachdem wir den Kampf um die Olympischen Spiele 2026 verloren hatten, wurde uns klar, dass die Sprunganlage nie mehr eröffnet werden wird", wird der Bürgermeister des Distrikts vom Portal "skijumping.pl" zitiert.

Man wisse, dass das Projekt langwierig und millionenschwer werde, habe sich allerdings dazu entschieden, nur einen Teil des Sprunghügels als Erinnerung an die Spiele 2006 zu erhalten und stattdessen eine Biathlon-Strecke zu errichten.

Auch Sport-Klettermöglichkeiten und eine kleine Kunstschneepiste könnten entstehen, heißt es.