Heute Live
World Rallye Championship
World Rallye Championship
GT Masters GT4 Germany TCR Germany F4

"Verarschen lasse ich mich nicht"

Rallye-Legende Röhrl wettert gegen die Formel 1

03.05.2022 08:03

Rallye-Legende Walter Röhrl ist von der Formel 1 schwer genervt. Der 75-Jährige sprach ausführlich über seine Ablehnung der Königsklasse und die aktuelle Situation von Mick Schumacher. 

Auch im hohen Alter begeistert sich Walter Röhrl weiterhin für den Motorsport. Der 75-Jährige, der als einziger Deutscher die Rallye-Weltmeisterschaft für sich entscheiden konnte (1980 und 1982), verrät im Interview mit der "Bild", dass er weiterhin gerne im Porsche Gas gibt. 

Was ihn allerdings nicht mehr so richtig reizt, ist die Formel 1. "Bis letztes Jahr habe ich versucht, Formel-1-Rennen anzuschauen", gab Röhrl an. Einen Schlussstrich zog er für sich nach der vergangenen WM. "Aber die letzten Rennen, gerade das Saisonfinale in Abu Dhabi, haben mich so verärgert. Formel 1 gibt es jetzt nicht mehr für mich. Verarschen lasse ich mich nicht", betonte die Rallye-Legende deutlich. 

Ihn stört, dass es nicht mehr um Racing, sondern vielmehr um die Show gehe. Dazu hält er nichts vom Regelwerk. "Unfassbar, was da alles im Reglement steht. Zum Beispiel dieses Theater mit den Flügeln – wer, wann so ein Ding flach stellen darf. Inzwischen haben sie es ja begriffen und wieder ein bisschen abgebaut. Das ist ja Perversion", monierte Röhrl weiter. Nun fahre er lieber mit dem Fahrrad während der Rennen und gucke sich im Nachhinein die Ergebnisse an. 

Formel 1: Röhrl spricht über Mick und Michael Schumacher

So wird er wohl auch die Entwicklung von Mick Schumacher mitbekommen haben, der von seinem Teamkollegen Kevin Magnussen dominiert wird. "Er hat mit dem Namen einen furchtbaren Druck. Und nun hat er auch noch das Problem, dass sein Teamkollege schneller fährt als er. Das darf eigentlich nie passieren", sagte Röhrl. 

Micks Vater Michael sei auch mit einer der Gründe, warum die Formel 1 in Deutschland so beliebt sei und Rallye im Vergleich nur wenige Interessenten hierzulande besitzt. Nicht nur die Nachwuchsförderung und Sponsorenbedingungen seien in Deutschland schlechter als in Frankreich oder in Skandinavien, auch der Erfolg von Schumacher tat dem Rallye-Sport nicht gut. Es hänge nun einmal auch davon ab, "ob es einen Star an der Weltspitze" gebe, auf den alle gucken. "Und mit Michael Schumacher hatten wir so eine Lichtgestalt in der Formel 1", machte Röhrl seinen Standpunkt deutlich.