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So modifizierte der Rennstall den A522

Alpine spart nach Update an Gewicht ein

02.05.2022 10:07
Fernando Alonso im Alpine A522: In Imola hatte nur er das Update im Einsatz
© IMAGO/Alessio De Marco/LiveMedia/Shutterstock
Fernando Alonso im Alpine A522: In Imola hatte nur er das Update im Einsatz

Ein neuer Unterboden, ein neuer Beam-Wing und weitere kleine Updates: Beim vierten Formel-1-Lauf 2022 in Imola hat Alpine seinen A522 umfangreich modifiziert. Die Änderungen betrafen jedoch nur das Fahrzeug von Fernando Alonso. Denn weil jeweils nur ein Teil verfügbar war, musste Esteban Ocon auf die technischen Neuerungen verzichten.

Und die Neuerungen sagen einiges aus über die neue Entwicklungsrichtung bei Alpine: Erstmals fand sich eine Stützstrebe aus Metall zwischen Chassis und Unterboden. Vor Imola hatte das Team darauf noch verzichtet.

Der Grund: Alpine hatte seinen Unterboden von Anfang an deutlich robuster gestaltet als andere Teams. Das bedeutet: mehr Gewicht, aber auch eine größere Stabilität. Sprich: Der Unterboden von Alpine verformte sich während der Fahrt nicht so sehr wie bei anderen Autos, Porpoising trat bei Alpine weitaus weniger häufig und weniger schlimm auf.

Kritik von Alpine an Regeländerung für Stützstrebe

Dass der Automobil-Weltverband (FIA) dann eine Stützstrebe für den Unterboden erlaubte, nahm Pat Fry als Technikchef von Alpine eher missbilligend zur Kenntnis: "Wir haben unser Auto auf maximale Leistung ausgelegt, aber in dem Wissen, dass es etwas schwerer ausfallen würde", so sagte er in Saudi-Arabien.

"Wir haben den Unterboden betont steif gehalten und aufgrund unseres breiten Chassis können wir insgesamt auch steifer fahren. Das hat uns geholfen. Als dann aber die Stützstrebe erlaubt wurde, war das schon etwas frustrierend für uns."

Alpine habe diese Stützstrebe zunächst nicht verwendet, weil die eigene Konstruktion "bereits steif genug" gewesen sei, meint Fry. "Ich gehe aber davon aus, dass andere Teams massiv davon profitiert haben. Das gehört dazu, wir nehmen es hin."

Dann fiel ein entscheidender Satz: "Beim nächsten Update werden wir das in unser Design einbeziehen." Und genau so ist es gekommen.

Neuer Unterboden spart Gewicht

Jetzt also zählt auch Alpine zu den Teams, die mit Stützstreben zwischen Chassis und Unterboden arbeiten, damit ein leichterer Unterboden verwendet werden kann. Man übernimmt hier also die Entwicklungsrichtung der Formel-1-Konkurrenz und spart Gewicht ein.

Der neue Unterboden wurde aber auch an anderer Stelle überarbeitet: Zwischen den markanten Einschnitten an der Außenkante hat Alpine eine größere, neu angewinkelte Fläche installiert, was an eine ähnliche Lösung am Red Bull RB18 erinnert.

Außerdem folgt Alpine mit dem Imola-Update dem Vorbild von Red Bull, Ferrari und Aston Martin und hat Luftleitbleche am Chassis-Kiel angebaut.

Weitere Neuerungen am Alpine A522

Auch an der Vorderkante des Unterbodens hat sich was getan bei Alpine. Das große, nach vorne gerichtete Luftleitblech präsentiert sich seit Imola in modifizierter Form. Hier haben wir im Saisonverlauf bereits unterschiedliche Lösungsansätze gesehen bei den Teams.

Die neue Form des Luftleitblechs bei Alpine mit einer klaren Abschlusskante hinten lässt darauf schließen, dass Alpine an dieser Stelle einen Luftwirbel erzeugen will.

Weiter hinten am Fahrzeug ist der neue Beam-Wing eingebaut, direkt unter dem Heckflügel. Im Vergleich zu vorher weist die Konstruktion größere Profile auf, vor allem im äußeren Bereich der Flaps.

Wie AlphaTauri den AT03 umgebaut hat

Änderungen gab es in Imola auch bei AlphaTauri. Der AT03 wurde nämlich ebenfalls im Detail optimiert, zum Beispiel an der Vorderachse: Hier hat das Team einen überarbeiteten Bremsschacht eingeführt, womit die Luft auf andere Art zur Bremse geführt wird.

Interessant ist: Das neue Design ist jetzt zu beiden Seiten des großen Luftleitblechs angebracht, mit Öffnungen links und rechts davon. Damit einher gehen weitere Anpassungen zur Luftführung in Richtung der Bremse.

An der Vorderkante des Unterbodens hat AlphaTauri die Eingänge der Venturi-Kanäle neugestaltet. Hier geht es um die Frage, wie viel Luft unter das Auto und wie viel Luft über den Unterboden geführt wird. In der neuen Ausführung ist der Bereich auf der Innenseite etwas angehoben im Vergleich zur bisherigen Lösung.

Auch am Heck des Fahrzeugs finden sich einige Neuerungen. Der Stützstrebe des Unterbodens ist für Imola neu ausgerichtet worden. Damit ändert sich auch die Belastung des Unterbodens in diesem Bereich.

Vor den Hinterrädern hat das Team eine neue Abschlusskante am Unterboden eingebaut, außerdem ist eine veränderte seitliche Endplatte am Diffusor zu erkennen. In beiden Fällen geht es darum, den Luftstrom am Heck zu optimieren.

Fahrerwertung

#FahrerTeamPunkte
1NiederlandeMax VerstappenRed Bull Racing341
2MonacoCharles LeclercFerrari237
3MexikoSergio PérezRed Bull Racing235
4GroßbritannienGeorge RussellMercedes-AMG Petronas203
5SpanienCarlos SainzFerrari202
6GroßbritannienLewis HamiltonMercedes-AMG Petronas170
7GroßbritannienLando NorrisMcLaren100
8FrankreichEsteban OconAlpine F1 Team66
9SpanienFernando AlonsoAlpine F1 Team59
10FinnlandValtteri BottasAlfa Romeo F1 Team46
11AustralienDaniel RicciardoMcLaren29
12DeutschlandSebastian VettelAston Martin F1 Team24
13FrankreichPierre GaslyAlphaTauri23
14DänemarkKevin MagnussenHaas F122
15KanadaLance StrollAston Martin F1 Team13
16DeutschlandMick SchumacherHaas F112
17JapanYuki TsunodaAlphaTauri11
18ChinaGuanyu ZhouAlfa Romeo F1 Team6
19ThailandAlex AlbonWilliams Racing4
20NiederlandeNyck de VriesWilliams Racing2
21KanadaNicholas LatifiWilliams Racing0
22DeutschlandNico HülkenbergAston Martin F1 Team0

Imola GP 2022

1NiederlandeMax Verstappen1:32:07.986h
2MexikoSergio Pérez+16.527s
3GroßbritannienLando Norris+34.834s
4GroßbritannienGeorge Russell+42.506s
5FinnlandValtteri Bottas+43.181s
6MonacoCharles Leclerc+56.072s
7JapanYuki Tsunoda+1:01.110m
8DeutschlandSebastian Vettel+1:10.892m
9DänemarkKevin Magnussen+1:15.260m
10KanadaLance Stroll+ 1 Runde

Fahrerwertung