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"Sie haben da besser gearbeitet"

Red Bull düpierte Ferrari beim Reifenmanagement in Imola

02.05.2022 09:18

Wer die Reifen versteht, ist vorne. So lassen sich zumindest die beiden jüngsten Formel-1-Rennen in der Saison 2022 beim Duell Ferrari gegen Red Bull zusammenfassen. Denn in Australien kam Ferrari besser mit den Pirelli-Pneus zurecht, in Imola lief es genau umgekehrt. Doch woran lag das?

Red-Bull-Sportchef Helmut Marko meint schlicht, seinem Team sei es beim vierten Grand Prix des Jahres gelungen, die Reifen "ins richtige Fenster" zu bringen, weil man die Balance zwischen Vorder- und Hinterachse gut getroffen habe. "Insgesamt", sagt Marko, "waren wir deutlich besser aufgestellt als in Australien, aber der Unterschied war nicht so groß."

Sein Team sei in Imola zwar um "ein, zwei Zehntel" besser gewesen als Ferrari, aber viel entscheidender sei gewesen: "Wir hatten das bessere Reifenmanagement. Und was bei uns in Melbourne schiefgelaufen war, das ist Ferrari [in Imola] passiert. Aufgrund der Balance im Auto ist bei ihnen deutlich früher Graining aufgetreten."

Ferrari räumt ein: Auto nicht gut abgestimmt

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto stimmt den Äußerungen von Marko zu. In Imola sei Ferrari speziell beim Sprint am Samstag "nicht stark genug" aufgestellt gewesen. "Der Grund ist: Wir haben [unter dem Sprintformat] nur sehr wenig Zeit für die Abstimmung des Fahrzeugs, nur eine Einheit am Freitag, und die war komplett nass. Da hast du dann nur sehr wenig Daten."

"Ja, es gab ein zweites Training am Samstagmorgen, aber wir hatten trotzdem den Eindruck, es fehlt uns an Erfahrungswerten vor dem Sprintrennen. Red Bull hat da besser gearbeitet", meint Binotto und fügt hinzu: "Das werden wir uns nochmals anschauen und nachvollziehen, weshalb wir da nicht ebenfalls gut waren."

Formel 1: Balance zwischen Vorder- und Hinterachse entscheidend

Entscheidend ist laut Performance-Leiter Dave Robson von Williams, Vorderräder und Hinterräder in eine Balance zu bringen. Das war Red Bull in Australien nicht gelungen: Aus Sorge um die Hinterreifen hatte das Team vor allem den Heckbereich gestärkt, sodass am Ende die Vorderreifen litten.

"Wenn du es aber schaffst, Vorderräder und Hinterräder in ein gutes Temperaturfenster zu bringen und die Reifen dort zu halten, dann kannst du damit viel Pace finden", erklärt Robson.

"Wir fragen uns ständig: Kriegen das die anderen Teams ständig hin oder machen sie es besser als wir? Und profitieren wir davon, wenn wir es schaffen, aber sie nicht? Das ist schwierig zu wissen. Ich glaube, es verändert sich von Strecke zu Strecke."

Und weil mit Miami ein neuer Kurs auf die Formel 1 warte, noch dazu mit komplett anderen Charakteristiken als zuletzt in Imola, meint Marko: "Bisher wissen wir noch gar nichts über den Asphalt in Miami. Auch die Temperaturen dort werden anders sein. Das Spiel beginnt dort also wieder von vorne."