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Putin verteilt Ehrenorden - Langlauf-Star sorgt für Eklat

26.04.2022 16:39

Neun russische Olympiasiegerinnen und Olympiasieger sind von Präsident Vladimir Putin am Dienstag in Moskau mit dem nationalen "Vaterlandsorden" ausgezeichnet worden. Fragen warf die Abwesenheit von Langlauf-Star Alexander Bolshunov auf. Dessen Teamkollegin Veronika Stepanova sorgte am Rande der Veranstaltung unterdessen einmal mehr für einen Eklat.

Rund fünf Wochen nach der Propaganda-Veranstaltung im Moskauer Luzhniki-Stadion hat sich Vladimir Putin am Dienstag erneut mit russischen Sportlerinnen und Sportlern in der Öffentlichkeit gezeigt. Der russische Machthaber verlieh insgesamt neun Goldmedaillengewinnern der Olympischen Spiele in Peking den so genannten "Vaterlandsorden".  

Neben den Langlauf-Stars Denis Spitsov, Alexey Chervotkin und Veronika Stepanova waren auch die Eiskunstläufer*innen Mark Kondratyuk, Nikita Katsalapov, Aleksandr Galliamov, Kamila Valieva, Viktoria Sinitsina und Anastasia Mishina im Kreml vor Ort. Nicht anwesend war hingegen das größte Aushängeschild der russischen Olympia-Mannschaft, Langlauf-Superstar Alexander Bolshunov.

Laut Langlauf-Trainer Yuri Borodavko fehlte Bolshunov aufgrund einer Erkältung und einer Zahnbehandlung. Es gebe Vorgaben, die vor dem Treffen mit der politischen Führung erfüllt werden müssen. Diese habe Bolshunov aber nicht erfüllt, sagte der Trainer gegenüber "Match TV". 

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In Boshunovs Abwesenheit sorgte dessen Teamkollegin Veronika Stepanova einmal mehr für die größten Schlagzeilen. Die 21-Jährige hatte sich in der Vergangenheit immer wieder lautstark über den Ausschluss der russischen Sportlerinnen und Sportler beschwert, es gleichzeitig aber vermieden, Stellung zum Angriffskrieg der Russen gegen die Ukraine zu beziehen. Dies holte sie nun nach. 

Auf der Veranstaltung im Kreml erklärte Stepanova: "In meinen Augen ist Russland wieder stark, stolz und erfolgreich geworden. Das mag offensichtlich nicht jeder in der Welt. Aber wir sind auf dem richtigen Weg und wir werden definitiv gewinnen, so wie wir bei den Olympischen Spielen gewonnen haben." Anschließend dankte sie Vladimir Putin noch dafür, dass er die russische Flagge hochhalte und sagte: "Ich verspreche: Wir werden nicht scheitern."

Kurz vor der Veranstaltung reagierte Stepanova via Instagram zudem noch auf die Aussagen des norwegischen Langläufers Emil Iversen. Iversen hatte der Zeitung "Dagbladet" zuvor gesagt, dass er eine Rückkehr der Russen auf die Sportbühne erst dann für wahrscheinlich halte, wenn Vladimir Putin abgelöst werde. Diese Aussagen erfordern eine "starke Antwort", schrieb Stepanova in ihrem Beitrag.

Eine Ablösung Putins werde "nicht passieren, Emil" so Stepanova: "Nur wir, die Russen, werden entscheiden, wie wir leben wollen und wer unser Anführer sein soll. Das Letzte, für das wir uns interessieren, ist eine Meinung von außerhalb - deiner inklusive."