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Elisabeth Seitz äußert sich zu ihrer Zukunft

22.04.2022 16:11
Elisabeth Seitz will bis Olympia 2024 weitermachen
© AFP/SID/INA FASSBENDER
Elisabeth Seitz will bis Olympia 2024 weitermachen

Die deutsche Kunstturn-Rekordmeisterin Elisabeth Seitz plant eine Fortsetzung ihrer Laufbahn im Idealfall bis zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris. Ihre Ambitionen bestätigte die 28 Jahre alte Stuttgarterin in einem Interview mit der Schwäbischen Zeitung.

"Solange ich den Spaß am Sport noch habe, möchte ich das weiterführen, auch wenn ich schon im fortgeschrittenen Turnalter bin. Zudem ist jeder deutsche Meistertitel natürlich etwas Besonderes. Von den Titeln habe ich noch lange nicht genug, und auch weiter für das Team Deutschland an den Start zu gehen, uns bestenfalls für die Olympischen Spiele zu qualifizieren und da auch noch ein Teil zu sein, sind Ziele. Die Entwicklung ist ja auch zum Glück so, dass man nicht mehr mit 17, 18 Jahren aussortiert wird und heute auch erfahrene Athleten schätzt", sagte Seitz.

Die 23-fache DM-Titelträgerin hatte eine Verlängerung ihrer Karriere bereits im Vorjahr nach ihrem fünften Platz im olympischen Stufenbarren-Wettbewerb angedeutet. Ob sich die Sportsoldatin wie nach ihrer dritten Olympia-Teilnahme in Tokio in Erwägung gezogen nunmehr bis Paris noch stärker auf ihre Paradegerät konzentrieren wird, ließ Seitz in dem Interview offen.

In jedem Fall weiter vorantreiben will die gebürtige Heidelbergerin ihre Engagement für mehr Selbstbestimmung der Athletinnen und mehr Geschlechtergerechtigkeit auch in der Frage gleicher Bezahlung für Männer und Frauen. Die aufsehenerregende Aktion der deutschen Eliteturnerinnen mit einem Ganzkörperanzug will Seitz dabei jedoch nicht als Dogma fehlinterpretiert wissen.

"Es ging um die freie Wahl. Die Botschaft dahinter ist ja", sagte Seitz, "dass man eine Wahl hat. Es geht nicht darum zu sagen: 'Das ist Turnen und das ist die Kleiderordnung', sondern, dass man morgens aufstehen und entscheiden kann: Heute fühle ich mich so und ziehe den Anzug mit den kurzen Beinen an und an einem anderen Tag eben den langbeinigen."

Negative Reaktionen auf ihr Engagement besonders in den sozialen Netzwerken irritieren Seitz in keinster Weise: "Gerade die unqualifizierten, sexistisch angehauchten Kommentare von Männern in Bezug auf die Turnanzüge haben mich aber in dem Gedanken bestärkt, alles richtig gemacht zu haben, weil wir genau diese Personen, die nur darauf achten, was wir anhaben, nicht mit unserem Sport ansprechen wollen."