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Olympische Winterspiele 2022
Peking 2022

Medizinische Ausnahme wirft Fragen auf

Russischer Olympiasieger betrieb wohl "legales Doping"

10.04.2022 10:43
Alexander Bolshunov nahm wohl verbotene Substanzen ein
© IMAGO/Pavel Bednyakov
Alexander Bolshunov nahm wohl verbotene Substanzen ein

Ski-Langläufer Alexander Bolshunov war mit drei Gold-Medaillen einer der erfolgreichsten Athleten der Olympischen Winterspiele in Peking. Nun gibt es allerdings Berichte, wonach der Russe im Vorfeld der Spiele auf legalem Wege gedopt hat. 

Wie die russische Zeitung "Championat" schreibt, habe die nationale Anti-Doping-Agentur in der Olympischen Saison eine medizinische Sondererlaubnis für den 25-Jährigen ausgestellt, die es ihm ermöglichte verbotene Substanzen einzunehmen.

Das Blatt beruft sich dabei auf die Präsidentin des russischen Ski-Verbandes, Jelena Välbe, die in einem Interview bestätigte, dass sie einer sogenannten Therapeutic Use Exemption (TUE) für den Langlauf-Star zugestimmt habe. 

Hintergrund sei, dass sich Bolshunov in der Saisonvorbereitung einer Operation am Kiefer unterziehen musste, wo sich eine Zyste gebildet hatte.

"Bolshunov hatte Probleme mit seinen Zähnen. Es ging um ein Medikament, das während Operationen genutzt werden kann. Zur gleichen Zeit haben uns die Ärzte gesagt, dass es keinen Grund für eine TUE gibt, weil die Saison noch weit weg war. Aber wir haben es trotzdem gemacht. Sascha geht sehr respektvoll und strikt damit um, sodass Gott verbiete irgendetwas passiert", zitierte das Blatt die Funktionärin. 

Legales Doping auch bei anderen Nationen

Välbe machte zudem deutlich, dass es sich bei der ärztlichen Ausnahmen um einen "Einzelfall" handele, der "nur wegen der Operation für Bolshunov nötig" gewesen sei. 

Es sei ausgeschlossen, dass die Ausnahmegenehmigung die Resultate in bestimmten Rennen beeinflusst habe, so die Ski-Präsidentin. Dies zeige sich auch in den schwachen Resultaten, die der Langläufer in den ersten Weltcups nach dem Eingriff gezeigt habe.

Bolshunov selbst hat sich zu den Vorfällen bislang nicht geäußert. 

Tatsächlich sind medizinische Ausnahmen von den Dopingregeln gängige Praxis. Auch andere Nationen machen davon gebraucht. Insbesondere die weit verbreitete Nutzung von Asthma-Medikamenten in Ausdauersportarten sorgte in den vergangenen Jahren immer wieder für Schlagzeilen. 

Auch Välbe hatte dies in der Vergangenheit beklagt und beispielsweise den norwegischen Langläufern im Zusammenhang mit Asthma-Medikamenten "legales Doping" vorgeworfen.