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Schockierender Geheimdienstbericht aus dem Westen

Ukraine-Krieg wegen Olympia in Peking verschoben?

03.03.2022 10:12

Laut einem Geheimdienstbericht könnte China von der Absicht Vladimir Putins gewusst haben, einen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu führen. China soll Russland gebeten haben, mit einem Einmarsch bis nach den Olympischen Winterspielen in Peking zu warten.

China soll Russland Anfang Februar gebeten haben, nicht vor dem Ende der Olympischen Winterspiele in Peking in die Ukraine einzumarschieren. Das besagt ein westlicher Geheimdienstbericht, wie hochrangige Beamte der US-Regierung um Präsident Joe Biden mitteilten.

Der Bericht deutet darauf hin, dass China vor Beginn des Angriffskriegs Kenntnis von den Absichten Russlands hatte. Das Papier wurde laut "New York Times" von offiziellen Stellen als glaubwürdig eingestuft. Details seien laut einer mit Geheimdienstinformationen vertrauen Quelle allerdings interpretationsbedürftig. Es sei nicht klar, ob Russlands Machthaber Wladimir Putin direkt mit Chinas Präsident Xi Jinping darüber gesprochen habe.

China weist Behauptungen zurück

China wies die Behauptungen des Geheimdienstberichts zurück. "Die in den einschlägigen Berichten erwähnten Behauptungen sind Spekulationen, die jeder Grundlage entbehren und darauf abzielen, die Schuld auf China zu schieben und es zu verleumden", sagte Liu Pengyu, ein Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington.

Nach einem Treffen am Rande der Olympischen Spiele gaben Putin und Xi eine gemeinsame Erklärung heraus, dass ihre Partnerschaft "keine Grenzen" habe.

Zudem verurteilten sie die NATO-Erweiterung - einer der von Putin letztlich genannten Gründe für die Invasion in der Ukraine. Sie gaben an, eine neue globale Ordnung mit echter "Demokratie" schaffen zu wollen.

Dieses gegenseitige öffentliche Versichern der Partnerschaft hatte im Westen die Besorgnis über eine verheerende Allianz gestärkt. Die Aufrüstung Russlands an der ukrainischen Grenze und in Belarus wurde mit Sorge beobachtet.

Das Material des Berichts sei weitergegeben worden, als darüber diskutiert wurde, ob Putin die Ukraine angreifen könnte. Allerdings sei unklar, ob und wie weit das geschehen sei, da die Nachrichtendienste die Informationen unterschiedlich ausgelegt hätten, heißt es laut "New York Times".

Russlands Invasion startete einen Tag nach Olympia

Die Olympischen Spiele endeten am 20. Februar mit der Abschlussfeier. Einen Tag darauf entsandte Putin Truppen in die Ostukraine, die Einheiten sollten in den von Moskau als unabhängige Staaten anerkannten "Volksrepubliken Luhansk und Donezk" für "Frieden" sorgen. Am 24. Februar begann das russische Militär dann den Angriff auf die gesamte Ukraine.

Es ist nicht das erste Mal, dass Putin die Zeit während Olympischer Spiele für Kriegsvorbereitungen nutzte. Schon 2008 marschierte Russland während des größten Sportereignisses der Welt in Georgien ein, 2014 annektierte es kurz nach Ende der Spiele im eigenen Land (Sotschi) die ukrainische Halbinsel Krim.

Während der Olympischen Spiele gibt es die Regel des Olympischen Friedens, die besagt, dass während des Sportevents eine Waffenruhe eingehalten werden soll. Der Olympische Frieden ist Bestandteil der Millenniumserklärung der Vereinten Nationen, die im Jahr 2000 verabschiedet wurde. Die UN sieht vor, dass in den Tagen vor, während und nach den Spielen kriegerische Konflikte ruhen. Mit dazu zählen auch die Paralympics, die in diesem Jahr am 4. März eröffnet werden und bis zum 13. März in Peking stattfinden. Friedensforscher relativieren aber: Die Regel ist nicht bindend, es handelt sich vielmehr nur um ein ethisches Statement.

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