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Olympische Winterspiele 2022
Peking 2022

Snowboard-Frust: Goldene Träume, keine Medaille

12.02.2022 11:12
Martin Nörl war nach Platz fünf in Peking enttäuscht
© GEPA pictures/ Matic Klansek via www.imago-images.
Martin Nörl war nach Platz fünf in Peking enttäuscht

Nach dem Teamwettbewerb im Snowboardcross herrscht Gewissheit: Die mit Gold-Träumen angetreten Race-Boarder reisen ohne Medaille ab.

Martin Nörl stapfte wortlos davon. Keine Lust auf weitere Erklärungen. Der Sieg im kleinen Finale des Teamwettbewerbs der Snowboard-Crosser: geschenkt. Platz fünf im ungewohnten Schneetreiben von Zhangjiakou: wertlos.

Nach dem Halbfinal-Aus für Nörl und Jana Fischer stand fest, dass das ambitionierte deutsche Race-Team ohne Medaille im Gepäck die Heimreise antritt.

Am TV-Mikrofon hatte der angefressene Nörl, der im Einzel als Topfavorit gescheitert war, kurz zuvor ratlos gewirkt: "Ich habe hier nicht meine besten Läufe gezeigt, alles sehr unkonstant", sagte er im "ZDF": "Das hat dann halt nicht gereicht."

Eine Aussage, die auch für Ramona Hofmeister und Stefan Baumeister im Parallel-Riesenslalom gilt. Zwar sprach Sportdirektor Andreas Scheid nach der bislang besten deutschen Peking-Platzierung von einem "versöhnlichen Abschied". Über die Pleiten der Hoffnungsträger konnte aber auch der erstmals bei Olympia ausgetragene Mixed-Wettbewerb keineswegs hinwegtäuschen.

DOSB-Tadel für die Snowboarder

Sogar im Halbzeitfazit des DOSB fanden die Snowboarder Erwähnung - auf eine Art, auf die sie gerne verzichtet hätten. Angesprochen auf die bislang größte deutsche Enttäuschung in Peking sagte Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig: "Sicherlich haben sich die Snowboard-Racer mehr Hoffnungen gemacht."

Statt der angepeilten zwei bis drei Medaillen steht am Ende aller Voraussicht nach erstmals seit 2010 keine einzige. "Natürlich sind wir nicht zufrieden", sagte Scheid - und lieferte einen Erklärungsansatz gleich mit: "Die interne Konkurrenz muss besser werden."

Dabei waren 15 Athletinnen und Athleten - so viele wie nie - mit teils herausragenden Vorleistungen angetreten. Doch als es darauf ankam, enttäuschten die, auf denen der größte Erwartungsdruck lastete.

Snowboarder sorgen sich um die Fördergelder

Schon nach dem Viertelfinalaus von Nörl, nach drei Weltcupsiegen in Folge ein klarer Medaillenkandidat, hatte Scheid kein Blatt vor den Mund genommen. "Wir bringen es nicht auf den Punkt", sagte er dem "SID": "Man braucht dieses Selbstverständnis, hier an den Start zu gehen und zu gewinnen."

Die Pleite von Peking könnte auch Konsequenzen für die Sportförderung haben. "Wir müssen gut verhandeln", erwähnte Scheid vielsagend. In vier Jahren in Mailand/Cortina d'Ampezzo wolle man "das wieder aufholen, was wir versäumt haben".

Hoffnung macht der Altersschnitt des Teams von 23 Jahren. Die jungen Freestyler liefern schon jetzt im Rahmen ihrer Möglichkeiten und könnten im Slopestyle für weitere Stimmungsaufheller sorgen. Das Team bräuchte sie dringend.

Snowboardcross (M) 2022

1FrankreichMerlin Surget5. Platz
2USAJake Vedder6. Platz
3SpanienLucas Eguibar7. Platz
4ItalienTommaso Leoni8. Platz