Heute Live
Formel 1
Formel 1

"Wir leben unsere eigenen Leben"

Verstappen über irres WM-Drama - kein Kontakt zu Hamilton

08.02.2022 11:32

Während die neue Formel-1-Saison unaufhaltsam näher rückt, sind die Erinnerungen an das vorherige Jahr bei vielen noch immer taufrisch. So zum Beispiel bei Max Verstappen, der sich noch ganz genau daran erinnern kann, wie er den dramatischen Kampf gegen Lewis Hamilton im Cockpit erlebte. 

Es gibt Momente, die vergisst ein Formel-1-Fahrer sein Leben lang nicht. Die letzte Runde beim Großen Preis von Abu Dhabi 2021 gehört für Weltmeister Max Verstappen zweifellos in diese Kategorie. 

"Was ging in meinem Kopf vor? Ich sagte mir: Ich muss ihn überholen. Es gibt nur diese Option. Ich werde nicht als Zweiter ins Ziel kommen", erinnerte sich der Niederländer im Gespräch mit dem "Guardian" an die verhängnisvollen letzten Kilometer, die ihn zum Weltmeister machten.

Schon bei Re-Start zur letzten Runde sei er aufs Ganze gegangen, schilderte Verstappen: "Alles hat gut funktioniert bis ich über die Linie gefahren bin und einen Krampf im Bein bekommen habe. Das ist so ziemlich das Schmerzhafteste, das dir passieren kann, weil du [in Abu Dhabi] lange Zeit Vollgas fahren musst."

Sein Bein habe im Verlauf der Runde mehr und mehr geschmerzt, erklärte der Red-Bull-Pilot: "Zum Glück kam dann Kurve fünf und ich habe meinen Move gemacht. Da war ich ungefähr drei Sekunden nicht auf dem Gas."

Max Verstappen nach Duell mit Lewis Hamilton "komplett fertig"

Als Lewis Hamilton auf der Geraden dann zum Gegenangriff ansetzte, habe sein Fuß gezittert. Dieses Zittern begleitete ihn bis zur Ziellinie: "Wenn man auf die Daten schaut, wird man sehen, dass mein Gaspedal-Input nicht wirklich sauber war", lachte der Niederländer.

Am Ende sei er "komplett fertig" gewesen, ergänzte Verstappen: "Eine Runde mehr und ich hätte das Rennen so nicht beenden können. Der Stress-Level war einfach so hoch, dass mein Körper darauf reagiert hat. Aber du darfst da einfach nicht aufgeben."

An die Worte von Lewis Hamilton nach dem Rennen konnte sich der Niederländer derweil nicht so gut erinnern. "Ich glaube, er hat gesagt 'Herzlichen Glückwunsch', aber die genauen Worte weiß ich nicht mehr. Aber natürlich war es nett von ihm, direkt nach dem Rennen zu mir zu kommen."

Kontakt zum Briten hatte Verstappen laut eigener Aussage seit dem Treffen auf dem Podium nicht mehr. "Aber das ist auch ganz normal. Wir leben unsere eigenen Leben und sehen uns so schon oft genug."

Max Verstappen: "Das war das Schmerzhafteste überhaupt"

Sorgen, dass die laufende FIA-Untersuchung vielleicht zu dem Ergebnis kommt, dass die Rennleitung gegen die Regeln verstieß und ihm der WM-Titel nachträglich aberkannt wird, hat Verstappen laut eigener Aussage nicht. "Sie können nichts mehr ändern", meinte der Niederländer.

Die Kontroverse ändere auch nichts daran, dass er den Titel verdient habe, ergänzte der Red-Bull-Fahrer: "Ich hatte eine sehr gute Saison und habe es verdient. Die Menschen vergessen, dass ich viel Pech hatte. Sie erinnern sich nur an das letzte Rennen, aber wenn man sich die gesamte Saison ansieht, hätte die WM eigentlich schon viel früher entschieden sein sollen."

Pech hatte Verstappen unter anderem in Silverstone, als er von Hamilton in einer Highspeed-Kurve regelrecht abgeschossen wurde. "Das war das Schmerzhafteste überhaupt. Das hat schon punktetechnisch weh getan, aber es war auch wirklich schmerzhaft. Mein Nacken, mein Rücken, meine Schultern. Ich kann einiges einstecken, aber für deinen Körper und deinen Kopf ist es nicht gut, so einen Einschlag zu haben."