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DHB-Team vor Schweden-Spiel zwischen Traum und Realismus

22.01.2022 12:42

Nach der Niederlage gegen Norwegen sind die Halbfinalchancen des DHB-Teams bei der EM deutlich gesunken. Nun wartet Vizeweltmeister Schweden.

Abschenken? Niemals! "Es ist eine EM, wir wollen so weit kommen wie nur möglich", sagte Bundestrainer Alfred Gislason mit Blick auf die verbleibenden EM-Hauptrundenspiele der deutschen Handballer, "aber das schließt nicht aus, dass wir dabei auch etwas lernen können".

Gislason will das Duell gegen Vizeweltmeister Schweden am Sonntag (18:00 Uhr) natürlich gewinnen, er weiß um die kleine Restchance auf das Halbfinale.

Doch der Isländer trat nach den Niederlagen gegen die Topteams aus Spanien (23:29) und Norwegen (23:28) vor allem als Realist und Stratege auf. Die Schwergewichte der Handball-Welt sind momentan einfach eine Nummer zu groß für das völlig neu formierte und von elf coronabedingten Ausfällen gebeutelte DHB-Team.

Für die teils jungen, teils unerfahrenen Spieler, die bei ihren EM-Auftritten phasenweise begeisterten, betrachtet Gislason die Kracherspiele in Bratislava auch als Teil eines Lernturniers.

"Ich habe richtig Spaß an der Sache, ich bin sehr stolz auf die Jungs", schwärmte der DHB-Coach. Und eben dieser Spaß, das betonte Kapitän Johannes Golla am Samstag, werde "der Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft sein, dass jeder hier gerne herkommt".

DHB-Team auf Schützenhilfe angewiesen

Wenn der Traum vom Halbfinale weiter leben soll, benötigt das deutsche Team in den verbleibenden Partien gegen Schweden und Russland am Dienstag (18:00 Uhr) aber mehr als nur diese in der Slowakei deutlich spürbare neue Lust auf die Nationalmannschaft. Deutschland braucht dringend zwei Siege - und selbst dann hängt das Weiterkommen von Schützenhilfe ab.

"Natürlich träumt jeder von irgendwas", so Gislason: "Wir haben im Vorfeld aber immer gesagt, dass wir von Spiel zu Spiel reingehen. So geht es weiter." Und Golla bezeichnete das Schweden-Spiel als "unsere nächste Probe auf internationalem Top-Niveau, in der wir zeigen können, dass wir eine Mannschaft wie Schweden ärgern können. Wir wollen gewinnen."

Dafür hofft der Bundestrainer auf die Rückkehr einiger seiner Stars aus der Corona-Quarantäne. "Das wäre für mich wie Weihnachten", sagte Gislason.

Sieben von momentan elf isolierten Spielern, darunter auch die 2016-Europameister und Leistungsträger Andreas Wolff, Kai Häfner und Julius Kühn sowie Timo Kastening, könnten am Sonntag bei entsprechend negativen PCR-Befunden theoretisch wieder auflaufen - doch danach sieht es nicht aus.

Nur geringe Hoffnung auf Corona-Rückkehrer

"Momentan hat keiner einen Test, der ihn heute aus der Quarantäne befreien kann", berichtete DHB-Sportvorstand Axel Kromer am Samstagmittag in der slowakischen Hauptstadt. Dies könne "frühestens morgen der Fall sein".

Kromer bremste die Erwartungen. Zum einen geht er nicht davon aus, dass alle Spieler zurückkommen. Zudem sei man sich "bewusst, dass die Spieler die letzten fünf bis acht Tage keinen Sport gemacht haben. Selbst wenn Julius gegen Schweden wieder auflaufen kann, wird er die Schweden nicht im Alleingang besiegen können."

Und so dürfte das Schweden-Spiel in erster Linie wieder ein Lernspiel werden. Für hoch talentierte Rückraumspieler wie Julian Köster und Lukas Stutzke, für Rechtsaußen Lukas Zerbe, für Linkshänder Christoph Steinert - und wie sie alle heißen. "Es wird ganz viel hängen bleiben bei vielen Spielern", sagte Torwart-Routinier Johannes Bitter. So viel steht fest.

30.01.2022 18:15
Spanien
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Schweden
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Torjäger 2022 HUN/SVK

#NameMannschaftTore7m
1IslandÓmar Ingi MagnússonIsland5921
2DänemarkMikkel HansenDänemark4824
3PolenArkadiusz MorytoPolen4621
4SchwedenHampus WanneSchweden4520
5NiederlandeKay SmitsNiederlande4418