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2022 ist geritzt, aber danach ...

Wie geht's für Vettel und Schumacher weiter?

21.01.2022 20:51
Mick Schumacher (r.) startet in sein zweites Jahr in der Formel 1
© Andy Hone via www.imago-images.de
Mick Schumacher (r.) startet in sein zweites Jahr in der Formel 1

Die Silly Season der Formel 1 – in diesem Jahr könnte sie besonders verrückt werden. Denn: Bei acht der zehn Teams ist für die Zeit nach 2022 mindestens ein Cockpit frei. Während die Superstars zumindest bis Ende 2023 safe sein sollten, ist die Zukunft der deutschen Fahrer Sebastian Vettel und Mick Schumacher ungewiss.

Schon im vergangenen Jahr hatte Vettel seine Fans lange auf die Folter gespannt, ehe er mitteilte, auch in diesem Jahr im Aston Martin auf Punktejagd zu gehen. Klar ist: Der viermalige Weltmeister hat neben der Formel 1 mittlerweile andere Lebensthemen wie sein Engagement für Umwelt- und Naturschutz. Ob er über 2022 hinaus weitermacht, dürfte stark davon abhängen, wie konkurrenzfähig Aston Martin diese Saison sein wird – und ob Vettel selbst Leistung bringt.

Schumachers F1-Karriere steht dagegen ganz am Anfang. Für 2023 hat er noch nirgends unterschrieben, als Ferrari-Junior steht er bei der Scuderia schon auf dem Zettel, ist in diesem Jahr Reservefahrer der Roten. Aber: Ferrari ist eben auch mit Carlos Sainz sehr zufrieden, würden mit dem Spanier, der Charles Leclerc (hat Mehrjahresvertrag) im Vorjahr verblassen ließ, gerne verlängern.

Möglich also, dass Ferrari Schumi jr. auch 2023 bei einem seiner Kunden "parken" will – also weiter bei Haas oder bei Alfa-Romeo-Sauber. Ob Schumacher da mitspielt? Der 22-Jährige ist ehrgeizig, will so schnell wie möglich zu einem Topteam. Vettel-Nachfolger bei Aston Martin, wenn sein Mentor keine Lust mehr hat? Warum nicht, allerdings müsste sich Mick dann von der Scuderia loslösen. Der Traum von einem Schumacher in Rot – er wäre fürs Erste begraben.

Übersicht: Die Verträge der Formel-1-Fahrer

  • Mercedes: Lewis Hamilton (Ende 2023)  |  George Russell (Mehrjahresvertrag)
  • Red Bull: Max Verstappen (Ende 2023)  |  Sergio Pérez (Ende 2022)
  • Ferrari: Charles Leclerc (Ende 2024)  |  Carlos Sainz (Ende 2022)
  • McLaren: Lando Norris (Mehrjahresvertrag)  |  Daniel Ricciardo (Ende 2023)
  • Alpine: Fernando Alonso (Ende 2022)  |  Esteban Ocon (Ende 2024)
  • AlphaTauri: Pierre Gasly (Ende 2022)  |  Yuki Tsunoda (Ende 2022)
  • Aston Martin: Sebastian Vettel (Ende 2022)  |  Lance Stroll (de facto Vertrag auf Lebenszeit dank Vater)
  • Williams: Alex Albon (Ende 2022)  |  Nicholas Latifi (Ende 2022)
  • Alfa Romeo: Valtteri Bottas (Mehrjahresvertrag)  |  Zhou Guanyu (Ende 2022)
  • Haas: Mick Schumacher (Ende 2022)  |  Nikita Mazepin (Ende 2022)

Bullen-Cockpit heiß begehrt

Ein Blick zu den Topteams: Bei Mercedes ist Hamilton-Thronfolger George Russell mit einem mehrjährigen Arbeitspapier gesegnet. Sir Lewis, Ritter des Vereinigten Königreichs, hat eigentlich noch bis Ende 2023 Vertrag – wenn, ja wenn er denn nach seiner Abu-Dhabi-Pleite überhaupt weitermacht.

Weltmeister Max Verstappen hat Red Bull nach dem irren Finale von Abu Dhabi ewige Liebe geschworen. Verstappens Ehevertrag mit den Bullen läuft bis Ende 2023. Liebe und Treue sind zwar auch in der F1 zwei Paar Rennstiefel. Dennoch ist es gut möglich, dass der Holländer noch viele Jahre für Red Bull fährt und eine Ära à la Vettel prägen will.

Das zweite Cockpit bei Red Bull ist heiß begehrt. 2022 gehört es noch Sergio Perez, danach ist alles offen. AlphaTauri-Mann Pierre Gasly gilt als heißer Anwärter. Der Franzose wird vorsorglich aber auch bei Mercedes gehandelt, sollte ihn Red Bull nicht zurückholen und Hamilton früher als geplant aufhören.

Wie gesagt: Das Fahrerkarussell könnte sich diesen Sommer ganz schön wild drehen.

Martin Armbruster

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