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"Beobachten die Situation ganz genau"

Millionen-Zoff um Djokovic: Erste Sponsoren drohen Nole

18.01.2022 17:10

Obwohl die Australian-Open-Posse rund um Tennis-Superstar Novak Djokovic seit ein paar Tagen offiziell vorbei ist, ist das letzte Wort in der Angelegenheit noch lange nicht gesprochen. Die Nachwehen, die sich mittlerweile andeuten, könnten den Serben schwer treffen, vor allem finanziell. Klar ist: Es stehen viele Millionen auf dem Spiel. 

Von Novak Djokovic selbst wird man in den kommenden Tagen eher nichts zu der tagelangen Auseinandersetzung mit der australischen Regierung hören. Der Serbe hat nach sich nach seiner schlagzeilenträchtigen Ausweisung Zeit erbeten, um das Erlebte zu reflektieren. Erst dann will er sich erneut zu den Geschehnissen äußern.

Sehr wahrscheinlich wird die Nummer eins der Welt in der Zwischenzeit den ein oder anderen Anruf bekommen - unter anderem von seinen Sponsoren, von denen einige Klarheit mit Blick auf die Zukunft fordern werden. Eine entscheidende Frage in diesem Zusammenhang stellte der "Sports Illustrated"-Journalist Jon Wertheim, der auf Twitter schrieb: "Wie groß ist dein Wert für Lacoste und Peugeot, wenn du Roland Garros nicht spielen wirst?"

Am Montag wurde bekannt, dass neben Australien auch Frankreich Ungeimpften die Einreise in Zukunft verbieten könnte. Djokovic könnte also auch die French Open in Roland Garros verpassen. Wie es mit den US Open Ende des Jahres in New York aussieht, bleibt zudem abzuwarten. Dass auch die US-Behörden diesen Schritt gehen, scheint aber zumindest nicht ausgeschlossen. Für Djokovic wäre dies der Super-GAU. 

Die ersten Sponsoren des Serben sind nach dieser Entwicklung schon jetzt dabei, ihre Vereinbarungen mit Djokovic zu prüfen. So teilte der französische Bekleidungsriese Lacoste mit, die Vorgänge in Down Under intensiv prüfen zu wollen. "Wir werden so bald wie möglich mit Novak Djokovic in Kontakt treten, um die Ereignisse in Australien zu bewerten", hieß es am Montag in einem offiziellen Statement.

Auch die Bank "Raiffeisen" verkündete: "Als Sponsor beobachten wir die aktuelle Situation ganz genau." Gleichzeitig betonte die Bank aber auch, dass die Zusammenarbeit mit dem Serben schon viele Jahre zurückreicht, man dementsprechend keinen Schnellschuss wagen wolle. Klärungsbedarf herrscht ob der sportlichen Zukunft der Nummer eins dennoch.

Der Schweizer Uhrenhersteller Hublot ist der einzige Großsponsor, der sich trotz der Posse in Down Under voll zu Djokovic bekannte. Das Unternehmen teilte mit: "Hublot wird die Partnerschaft mit der Nummer eins der Weltrangliste fortsetzen."

Experten fürchten Millionen-Zoff für Djokovic

Laut "Forbes" verdiente Djokovic allein im Jahr 2021 rund 30 Millionen US-Dollar mit seinen Sponsoren-Deals. Einige dieser Millionen stehen nun auf dem Spiel. "Fox Sports" berichtet, dass einige Sponsoring-Experten fürchten, Djokovic könnte zu einem neuen Vorbild für die Impfgegner werden. Dies hätte zwangsläufig Auswirkungen auf die Werbeverträge des Serben. Andere Insider weisen darauf hin, dass es in vielen Verträgen Teilnahme-Klauseln gibt. Sollte Djokovic diese nicht erfüllen und nicht wie erwartet an großen Turnieren teilnehmen, droht dem Superstar auch hier Ärger. 

In einem Sponsoren-Vertrag, den Jon Wertheim auf Twitter postete, heißt es sinngemäß: Wenn ein Athlet in den Augen des Sponsors Teil eines Skandals wird oder in Verruf gerät und das Image des Athleten beeinflusst wird, hat das Unternehmen das Recht, die Vereinbarung unmittelbar zu beenden. Ähnliche Klauseln dürfte es auch in den Verträgen des Djokers geben, der seinen Impf-Verzicht womöglich noch teuer bezahlen muss.