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Strafrunde macht Podest-Hoffnung der Staffel zunichte

Hinz nach Blackout: "Kann es mir nicht erklären"

14.01.2022 15:43
Vanessa Hinz haderte nach ihren Schießfehlern
© Frank Hoermann/SVEN SIMON via www.imago-images.de
Vanessa Hinz haderte nach ihren Schießfehlern

Die deutschen Biathletinnen zeigen sich drei Wochen vor Olympia leicht verbessert. Eine Strafrunde von Vanessa Hinz kostet aber früh alle Podestchancen.

Vanessa Hinz stapfte völlig bedient mit hängendem Kopf durch den Zielraum, auch die warmen Worte ihrer Teamkollegin Denise Herrmann konnten sie nicht trösten.

Mit ihrem Blackout im Stehendschießen verdarb die 29-Jährige der deutschen Staffel alle Chancen auf den so herbeigesehnten Befreiungsschlag drei Wochen vor Olympia.

Nach ihrer Strafrunde hatte das Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) die Weltspitze schon früh mal wieder nur mit dem Fernglas im Visier, immerhin konnten ihre Teamkolleginnen auf den 4x6 km Schadensbegrenzung betreiben.

Franziska Hildebrand und Denise Herrmann machten nach dem Fauxpas elf Plätze gut und führten die von Vanessa Voigt auch stark angelaufene Staffel mit einem Rückstand von 1:26,6 Minuten noch auf Platz vier nach vorne.

Ein versöhnliches Ergebnis nach dem katastrophalen Sprint vom Mittwoch, aber nicht die angesichts der außer den siegreichen Französinnen eher mit der zweiten Garnitur angetretenen Konkurrenz erhoffte Wende.

Hinz: "Hätte mir am liebsten ein Loch gesucht"

"Am liebsten hätte ich mir ein Loch gesucht und wäre reingesprungen beim Stehendschießen", sagte Hinz: "Ich kann es mir nicht erklären. Ich stelle mich an den Stand und zittere vom ersten Schuss an nur mit den Beinen. Ich hatte nicht eine Sekunde die Waffe ruhig. Ich bin froh, dass ich nicht fünf Fehler geschossen habe." Sorgen bereitet darüber hinaus auch der Gesundheitszustand der eigentlichen Frontläuferin Franziska Preuß.

Ob die Gesamtweltcupdritte des Vorwinters bis Olympia nochmal zur echten Verstärkung wird, scheint fraglicher denn je. "Franzi geht es noch nicht ganz so optimal. Sie hat mit ihrer Corona-Infektion noch kleinere Probleme", sagte Frauen-Trainer Kristian Mehringer im ZDF. Preuß sei noch nicht im Training. Es bleibe zwar die Hoffnung, dass es "die nächsten Tage bergauf geht. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es aber nicht so, dass sie an Wettkämpfe denken kann."

Olympia-Generalprobe steigt in Antholz

Der erhoffte Start in Antholz (21. bis 23. Januar), wo dann unter anderem auch die letzte vorolympische Staffel ansteht, dürfte damit ausgeschlossen sein. In ihrer Abwesenheit brachte Voigt das Quartett mit fehlerfreiem Schießen gut ins Rennen, übergab mit 18 Sekunden Rückstand als Dritte.

Doch dann ließ Hinz im Stehendanschlag trotz drei Nachladern eine Scheibe stehen, es ging weit zurück auf Rang 15. Hildebrand mit fehlerfreiem Schießen und die laufstarke Herrmann mit zwei Nachladern konnten nur noch Schadensbegrenzung betreiben. Eine Chance auf die Wiedergutmachung im Einzel gibt es im Verfolger am Sonntag (12:45 Uhr). Allerdings sind die Ausgangspositionen der deutschen Läuferinnen miserabel.

Die Männer setzen ihre Ruhpolding-Woche am Samstag (14:30 Uhr) mit der Staffel fort. Erik Lesser, Roman Rees, Benedikt Doll und Philipp Nawrath peilen über 4x7,5 km das erste deutsche Podest des Winters in einem Teamwettbewerb an. Nach dem Jagdrennen der Männer am Sonntag (14:45 Uhr/alle ZDF und Eurosport) reisen die deutschen Biathleten am Montag zur Olympia-Einkleidung in München, ehe es zur Generalprobe nach Antholz (20. bis 23. Januar) geht.

Ruhpolding 2021/2022

1FrankreichFrankreich1:10:50.00h
2SchwedenSchweden+35.10s
3RusslandRussland+1:12.20m
4DeutschlandDeutschland+1:26.60m
5BelarusBelarus+1:27.80m
6ItalienItalien+1:28.40m
7NorwegenNorwegen+1:42.60m
8EstlandEstland+2:30.60m
9UkraineUkraine+2:41.20m
10PolenPolen+2:58.50m