Heute Live
Ski Alpin

Klassiker vor atemberaubender Kulisse

Deutsches Debakel bei Lauberhorn-Spektakel

14.01.2022 14:10
Für die deutschen Alpin-Stars lief es in Wengen gar nicht nach Plan
© GEPA pictures/ Patrick Steiner via www.imago-image
Für die deutschen Alpin-Stars lief es in Wengen gar nicht nach Plan

Skirennläufer Aleksander Aamodt Kilde fährt weiter eine beeindruckende Comeback-Saison. Der 29 Jahre alte Norweger, der im vergangenen Januar einen Kreuzbandriss erlitten hatte, feierte bei der ersten von zwei Abfahrten in Wengen seinen fünften Saisonsieg und bestätigte seine Rolle als Medaillenanwärter bei Olympia.

Kilde siegte auf der um gut 45 Fahrsekunden verkürzten Strecke am Lauberhorn vor dem Schweizer Wunderknaben Marco Odermatt (+0,19 Sekunden). Am Vortag im Super-G war die Reihenfolge noch umgekehrt gewesen. Odermatt führt auch deutlich vor Kilde im Gesamtweltcup. Dritter wurde diesmal Ex-Weltmeister Beat Feuz (Schweiz/+0,30).

Die deutschen Starter konnten ihre starken Leistungen vom Super-G mit Platz vier und sechs nicht bestätigen. Keiner des Quintetts kam unter die ersten 20, der langsamste war mit großen Rückstand Vizeweltmeister Andreas Sander, der über seine Leistung im "ZDF" sagte: "Momentan ist der Wurm drin. Da passt nichts zusammen."

Vor dem Rennen hatte es Diskussionen um den am Ende neuntplatzierten Österreicher Vincent Kriechmayr gegeben. Der Doppel-Weltmeister, vergangene Woche positiv auf das Coronavirus getestet, hatte die beiden Trainingsläufe am Dienstag und Mittwoch nicht absolvieren können - er wäre daher im Rennen nicht startberechtigt gewesen.

Die Jury des Internationalen Ski-Verbandes (FIS) um den Südtiroler Markus Waldner setzte daher für Kriechmayr am Freitagmorgen ein Training an. Der 30-Jährige verließ dabei das Starthaus und brach die Fahrt danach sofort ab - die FIS-Regel, wonach er in den Trainingslauf gestartet worden war, hatte er damit erfüllt.

"Wir würden für jeden Läufer so entscheiden, weil wir in sehr komplizierten COVID-Pandemie-Zeiten leben", sagte Renndirektor Waldner. Der Schweizer Verbandspräsident Urs Lehmann legte vergeblich Protest ein und sprach daher von "Willkür". Es gehe "um die Regeln, die eingehalten werden müssen".