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Muss der Superstar das Land jetzt endgültig verlassen?

Paukenschlag! Australien erklärt Djokovic-Visum für ungültig

14.01.2022 08:28

In dem tagelangen Hin und Her um die Aufenthaltserlaubnis des Tennis-Superstars Novak Djokovic in Australien ist es zur nächsten spektakulären Wende gekommen. In einer offiziellen Stellungnahme des australischen Einwanderungsministeriums wurde sein Visum erneut für ungültig erklärt.

Ob der Weltranglistenerste nun endgültig das Land verlassen muss und seine Teilnahme an den Australian Open in Melbourne somit verhindert wird, steht damit allerdings noch nicht final fest. Denn: Auch diese Entscheidung ist vom Serben noch anfechtbar. 

Verantwortlich für die Entscheidung der australischen Regierung ist Einwanderungsminister Alex Hawke höchstpersönlich. Der Minister gab am Freitagabend Ortszeit ein offizielles Statement ab, in der er das entzogene Visum für Djokovic begründete.

"Ich habe heute von meiner Befugnis [...] Gebrauch gemacht, das Visum von Herrn Novak Djokovic aus Gründen der Gesundheit und der öffentlichen Ordnung zu annullieren. Dies lag im öffentlichen Interesse", teilte Einwanderungsminister Hawke in seiner Stellungnahme am Freitag mit.


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In dem Schreiben heißt es weiter: "Diese Entscheidung folgt der Anordnung des Bundesgerichtshofs vom 10. Januar 2022. [...] Bei dieser Entscheidung habe ich sorgfältig alle Informationen berücksichtigt, die mir vom Innenministerium, dem australischen Grenzschutz und Herrn Djokovic zur Verfügung gestellt wurden."

Einspruch wohl mit geringen Erfolgschancen

Es ist davon auszugehen, dass der serbische Tennis-Star gegen diese Entscheidung umgehend Einspruch einlegen wird. Schon nach seiner ersten verweigerten Einreise hatte der 34-Jährige erfolgreich geklagt und zunächst ein Visum ausgestellt bekommen.

Nach der übereinstimmenden Einschätzung mehrerer Einwanderungs- und juristischer Experten hat ein Einspruch gegen die Entscheidung von Minister Hawke jetzt aber deutlich geringere Erfolgsaussichten. Ob Australien von seinem Recht Gebrauch macht, den Serben mit einem mehrjährigen Einreiseverbot zu belegen, ist noch nicht klar. 

Allmählich läuft dem 20-fachen Grand-Slam-Sieger zudem auch die Zeit davon, um doch noch eine endgültige Aufenthaltserlaubnis und somit Spielberechtigung für die Australian Open zu erwirken. Am kommenden Montag beginnt das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres in Melbourne, Djokovic soll da eigentlich im Erstrunden-Duell gegen seinen Landsmann Miomir Kecmanovic antreten. 

Djokovic hatte erst am vergangenen Dienstag ein Hotel für Ausreisepflichtige in Melbourne verlassen dürfen und sich zuletzt unter Beobachtung der Welt-Öffentlichkeit mit ersten Trainingseinheiten auf das Tennis-Turnier in der Metropole vorbereitet. 

Djokovic nicht gegen das Coronavirus geimpft

Der derzeit beste Tennisspieler der Welt ist nicht gegen das Coronavirus geimpft und deswegen eine umstrittene Person in dem Land, das seit Beginn der Pandemie harte Regeln aufgestellt hat.

Bereits bei der Ankunft in der vergangenen Woche hatten die Behörden Djokovic die Einreise verweigert und die vorgelegten Dokumente für seine medizinische Ausnahmegenehmigung als unzureichend eingestuft. Weil ihm dabei aber nicht genug Zeit zum Reagieren zugestanden wurde, kippte ein Richter das Einreiseverbot im Laufe einer Gerichtsverhandlung am Montag.

Der Fall wurde auch für die Politik des Landes zu einer heftigen Belastungsprobe, nachdem Australien viele Monate in harten Lockdowns verbrachte und auch viele Bürger des Landes wegen der scharfen Regeln lange Zeit nicht in ihre Heimat einreisen durften.

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