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Preisverleihung sorgt für Aufregung

Eklat in Norwegen: Skispringer attackieren Langlauf-Star

11.01.2022 17:22
Therese Johaug wird von den norwegischen Skispringen scharf attackiert
© MARIUS SIMENSEN via www.imago-images.de
Therese Johaug wird von den norwegischen Skispringen scharf attackiert

Große Aufregung in Norwegen. Weil Langlauf-Superstar Therese Johaug einen Preis abräumte und zur "Sportlerin des Jahres" gewählt wurde, wurde die Olympiasiegerin und mehrfache Weltmeisterin von zwei Skispringern aus dem norwegischen Team scharf kritisiert. 

Obwohl Therese Johaug zweifellos zu den größten norwegischen Wintersport-Stars gehört, gönnten ihr die beiden norwegischen Skispringer André Tande und Johann André Forfang die Wahl zur "Sportlerin des Jahres" nicht. Im Gegenteil. Für die Beiden steht fest, dass die 33-Jährigen den Preis nie hätte bekommen dürfen - und zwar aus mehreren Gründen. 

"Lass mich total ehrlich sein. Ich weiß nicht mehr genau, was der Auslöser war, aber ich habe schon vor ein paar Jahren den Respekt vor diesen Sport-Galas verloren. Deswegen interessiert es mich auch nicht mehr", sagte Tande im gemeinsamen "Hoppcast"-Podcast des Skisprung-Duos.

Und obwohl es ihn eigentlich nicht mehr interessiert, regte sich Tande anschließend mächtig über die Ernennung von Therese Johaug zur "Sportlerin des Jahres" auf. "Es gibt zu viele Awards, die an Leute gehen, die nicht mal nominiert gehören", schoss Tande scharf gegen Johaug.

Skisprung-Chef reagiert auf brisante Aussagen

Teamkollege Forfang legte dann sogar noch nach. "Ich kann sagen, dass wir einige richtig gute Athletinnen in Norwegen haben. Aber dieser Preis ging an eine Sportlerin, die früher wegen Dopings überführt wurde. Und das in einem sehr kleinen Sport", kritisierte Forfang nicht nur Johaug persönlich, sondern in einem Abwisch auch direkt den gesamten Langlauf-Tross. 

Clas Brede Braathen, Manager des norwegischen Skisprung-Teams, nahm seine Athleten nach den kontroversen Aussagen zwar nicht in Schutz, verzichtete gleichzeitig aber auch auf Kritik. "Das sind erwachsene Männer, die ihre eigene Meinung haben. Sie haben diese Statements getätigt und wir planen nicht, sie dafür zu bestrafen. Wir sind auch nicht für das verantwortlich, was in dem Podcast gesagt wird. Sie haben sich dazu entschieden, über die Dinge zu reden, über die sie reden wollen", sagte Braathen gegenüber der norwegischen Zeitung "Verdens Gang".

Forfang entschuldigt sich, Johaug äußert sich zu Wort

Sowohl Therese Johaug als auch die Verantwortlichen des norwegischen Langlauf-Teams äußerten sich zunächst nicht zu den Aussagen der beiden Skispringer. Am späten Dienstagabend reagierte dann aber Forfang erneut - und entschuldigte sich für seine Aussagen. In seinen Augen wurde seine Worte ein Stück weit missverstanden. 

"Ich habe mich direkt bei Therese für meinen unüberlegten Kommentar entschuldigt", teilte er "Verdens Gang" mit: "Ich möchte außerdem klarstellen, dass sich mein Kommentar gegen Sport-Galas und nicht gegen Therese als Mensch richtete."

Johaug ließ der Zeitung anschließend über ihren Manager mitteilen: "Ich habe eine nette Nachricht von Johann erhalten, das weiß ich sehr zu schätzen. Aber für mich war das Ganze nie wirklich ein Thema. Jetzt müssen wir unsere Kräfte so gut wie möglich bündeln, um bei den Olympischen Spielen für Norwegen Leistung abliefern zu können."

Um die Situation zu entschärfen, hat es am Dienstag zudem ein Treffen zwischen dem norwegischen Langlauf- und dem norwegischen Skisprung-Chef gegeben. Ståle Villumstad, sportlicher Leiter der Springer, erklärte daraufhin: "Sie [Forfang und Tande] haben ein paar Fakten genannt, dabei aber einen falschen Eindruck vermittelt. Das war dumm. Sie haben sich auf die Jury [der Galas] und nicht auf Therese bezogen. Wir wollen ein gutes Verhältnis zwischen unseren Sportlern, also sollten sie sich aussprechen."