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Für den FC Bayern "hat die Youth League keine Relevanz"

06.12.2021 13:55
Der FC Bayern steht in der Youth League bei null Punkten
© Mladen Lackovic via www.imago-images.de
Der FC Bayern steht in der Youth League bei null Punkten

In die UEFA Youth League ist Borussia Dortmund das einzige deutsche Team, das noch Chancen auf das Achtelfinale hat. Beim FC Bayern (0 Punkte), RB Leipzig (0 Punkte) und dem VfL Wolfsburg (1 Punkt) steht das Aus in der Gruppenphase bereits fest. U19-Nationaltrainer Hannes Wolf und Norbert Elgert, U19-Coach vom FC Schalke 04, sprachen nun über die Gründe für das schlechte Abschneiden.

"Die Bayern muss man aus der Wertung rausnehmen. Die haben andere Prioritäten, für die hat die Youth League keine Relevanz. Bei Bayern spielen die sieben, acht Jahrgangsbesten schon in der zweiten Mannschaft", sagte Wolf, der die Youth League als "Fluch und Segen zugleich" bezeichnete, zu "Spox" und "Goal".

Auch zu seiner Zeit beim BVB hatte die Youth League "nicht die oberste Wertigkeit", ergänzte Wolf, der von 2009 bis 2016 im Dortmunder Nachwuchsbereich arbeitete und in seiner abschließenden Saison die A-Jugend-Bundesliga gewann.

Einen Grund für das schlechte Abschneiden in der U19-Champions-League sieht Wolf in der schulischen Laufbahn in Deutschland. "In anderen Ländern liegt der Fokus in dieser Altersklasse generell noch mehr auf dem Fußball, in Deutschland wird im Vergleich mehr Wert auf die Schule gelegt", so der 40-Jährige.

Elgert bemängelt fehlende Mentalität

Auch Norbert Elgert sieht die deutschen Teams weit abgehängt. "Andere Länder sind uns definitiv in Sachen Technik und Spielverständnis überlegen. Häufig ist der Erfolgshunger auch nicht groß genug und es mangelt an Mentalität sowie Widerstandsfähigkeit", zählte der Schalke-Coach mögliche Ursachen auf.

Elgert kritisierte außerdem die Ausbildung der deutschen Talente. "Vielleicht haben wir es in Deutschland mit unserem Drang nach Perfektionismus auch ein klein wenig übertrieben mit Matchplänen, Dokumentationen und zu viel Analysen", so der 64-Jährige: "Das ist alles nicht unwichtig, aber zu viel Analyse führt häufig auch zu Paralyse und Verlust von Spielfreude und Kreativität."

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