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Bellingham und Haaland üben harsche Kritik an Zwayer

BVB fühlt sich betrogen: "Schon einmal Spiele verschoben"

04.12.2021 21:52
Die BVB-Spieler konnten die Entscheidung von Felix Zwayer (M.) nicht fassen
© UWE KRAFT via www.imago-images.de
Die BVB-Spieler konnten die Entscheidung von Felix Zwayer (M.) nicht fassen

Borussia Dortmund fühlt sich von Schiedsrichter Felix Zwayer um seine Siegchance im Bundesliga-Topspiel gegen den FC Bayern (2:3) betrogen. Die BVB-Stars Jude Bellingham und Erling Haaland fanden deutliche Worte nach der Partie.

Es war der Aufreger des rasanten Spitzenspiels der Fußball-Bundesliga: Eine Ecke der Gäste aus München segelte in der 75. Minute in den Dortmunder Strafraum, der Ball landete letztlich am Arm von Verteidiger Mats Hummels. Schiedsrichter Felix Zwayer ließ zunächst weiterspielen, ging dann nach Hinweis des Videoassistenten an die Seitenlinie und guckte sich die Szene selbst an. Letztlich sprach der Unparteiische dem Tabellenführer den Handelfmeter zu, den Robert Lewandowski zum Siegtreffer nutzte.

Der Dortmunder Mittelfeldspieler Jude Bellingham konnte es hinterher nicht fassen: "Man gibt einem Schiedsrichter, der schon mal Spiele verschoben hat, das größte Spiel in Deutschland. Was erwartest Du?", so der BVB-Profi in einem Interview bei "Viaplay" über den Referee aus Berlin. 


Mehr dazu: Noten zu BVB vs. FC Bayern: Bellingham und Haaland bärenstark


Zwayer war einer von vier Berliner Schiedsrichtern, die mit ihren Aussagen den Fußball-Wettskandal 2005 um den damaligen Schiedsrichter Robert Hoyzer ins Rollen brachten. Doch auch er selbst hatte Geld angenommen und wurde sechs Monate gesperrt.

Bellingham ärgerte sich über die Leistung des Schiedsrichters, man könne sich "auch viele andere Szenen im Spiel noch einmal angucken", so der Engländer. "Für mich war das kein Elfmeter. Hummels schaut nicht einmal auf den Ball und versucht sich nur aus dem Gedränge freizukämpfen."

BVB-Torschütze Erling Haaland deutlich: "Skandal"

Torschütze Erling Haaland nahm im Gespräch mit "Viaplay" nicht weniger harsche Worte in den Mund. "Wenn es um den Schiedsrichter geht, war es ein Skandal."

Die strittige Szene, als Mitspieler Marco Reus im Bayern-Strafraum fiel, war schließlich nicht vom Videoassistenten geprüft worden, so der Norweger: "Ich habe ihn gefragt, warum er sich das nicht anschaut. Er sagte: 'Das ist nicht nötig.' Er war arrogant, mehr will ich jetzt aber nicht dazu sagen."

Rose übt Kritik - Zwayer rechtfertigt Entscheidungen

Im Spiel war es Rose, der sich am Spielfeldrand echauffierte und daraufhin auf die Tribüne geschickt wurde. "Ich habe relativ emotional darauf hingewiesen, dass er in mehreren Situationen nicht richtig lag. Und dann bekommt man am Ende Gelb-Rot. Das ist doof", sagte der BVB-Coach.

Zwayer rechtfertigte hinterher seine Entscheidung. "Es ist überprüft worden, wie die Armhaltung war. Der Videoschiedsrichter hat für sich eine Beurteilung vorgenommen und gesagt: "Hummels hat den Arm in einer unnatürlichen Armhaltung vom Körper weggestreckt." Daraufhin habe ich es mir am Monitor angeschaut und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass es ein strafbares Handspiel ist."

Der Referee rechtfertigte auch seine Entscheidung, beim Tackling von Lucas Hernández gegen Marco Reus keinen Elfmeter gegeben zu haben: "Wir alle (...) fordern immer eine robuste Zweikampfführung. Wir sollen die Spiele laufen lassen. Auch bei hohem Tempo darf Kontakt stattfinden im Oberkörperbereich", sagte Zwayer und ergänzte: "Für mich ist es eine Situation, die nicht schwarz und nicht weiß ist. Ich habe mich bewusst aufgrund meiner großzügigen Linie gegen einen Strafstoß entschieden."

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