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FC Bayern "kein kickender Konzern"

Hainer weicht brisanter Katar-Frage aus

25.11.2021 21:42
Herbert Hainer hat sich zum Katar-Deal des FC Bayern geäußert
© Philippe Ruiz via www.imago-images.de
Herbert Hainer hat sich zum Katar-Deal des FC Bayern geäußert

Dass der FC Bayern Sponsoring-Gelder aus dem für seinen fragwürdigen Umgang mit den Menschenrechten bekannten Emirat Katar erhält, stößt einigen Fans sauer auf. Auch auf der Jahreshauptversammlung des deutschen Rekordmeisters war der Deal erwartungsgemäß Thema.

"Der FC Bayern wird niemals ein kickender Konzern werde, daran lassen wir uns alle messen!", erklärte Präsident Herbert Hainer und nahm den Anhängern der Münchner damit sicher die ersten Sorgen. 

Dem konkreten Thema Sponsorengelder aus Katar wich Hainer allerdings geschickt aus. "Wir als Verein stellen uns jedem Diskurs. Aber die Kritik sollte immer sachlich und auf nüchterner Basis geschehen. Wir halten den Diskurs aus", führte  der Bayern-Boss unter gellenden Pfiffen und laustarken Zwischenrufen im Audi Dome aus. Hainer entgegnete den Reaktionen mit den Worten: "Sind Sie denn gegen einen sachlichen Austausch? Der Diskurs darf nicht von Polemik bestimmt werden. Deshalb meine Bitte: Bewahrt bitte die Form, denn wir alle sind der FC Bayern."

Bayern-Mitglied Michael Ott wirbt dafür, dass das Katar-Sponsoring nicht verlängert wird. Einen entsprechenden Antrag wollte der Jurist am Donnerstagabend eigentlich vorbringen. Die Münchner reagierten allerdings schlicht nicht. Der Versuch, sein Vorhaben mit gerichtlicher Hilfe vorzutragen, scheiterte ebenfalls. 

2018 schloss der FC Bayern mit der staatlichen Fluggesellschaft "Qatar Airways" einen Deal ab, der dem Bundesliga-Klub angeblich rund 18 Millionen Euro pro Jahr einbringt. Die Vereinbarung endet erst 2023. 

In der Vergangenheit hatten die Bayern-Verantwortlichen um Ex-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge erklärt, einen Wandel der verheerenden Menschrenrechtslage im Wüstenstaat durch Annäherung und Dialog und nicht durch Ausgrenzung und Verurteilung herbeiführen zu wollen. Rummenigge-Nachfolger Oliver Kahn hatte allerdings auch davon gesprochen, das Werteprofil des FC Bayern schärfen zu wollen.

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