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Ninja-Warrior-Urgestein und Ex-Handball-Profi will ins Halbfinale

Gary Hines: "Ich habe nicht die typische Ninja-Figur"

26.11.2021 08:35
Gary Hines fliegt am Freitag durch den Ninja-Parcours
© RTL/Markus Hertrich
Gary Hines fliegt am Freitag durch den Ninja-Parcours

Ninja Warrior Germany ohne Kraftpaket Gary Hines? Unvorstellbar! Der ehemalige Handball-Profi mit den Flügelsocken und der Hose im USA-Design tritt am Freitag in der siebten Vorrundenshow von Ninja Warrior Germany (20:15 Uhr bei RTL, RTL+ oder im sport.de Liveticker) an.

Im exklusiven Interview erzählt der 37-Jährige von seiner Handball-Karriere, seiner ungebrochenen Faszination für den Ninja-Sport und welche Hindernisse für ihn als Muskelpaket schwieriger sind. Außerdem geht es um seinen tierischen Freund.

Gary, du bist ein echtes Urgestein von Ninja Warrior Germany und warst bei allen Staffeln dabei. Wie bist du damals dazu gekommen, dich anzumelden?

Gary Hines: Ein Bekannter hat mir vor der ersten Staffel erzählt, dass Ninja Warrior nach Deutschland kommt. Das war meine Lieblingsshow in den USA und ich wollte irgendwann unbedingt teilnehmen. Dann habe ich mich in Deutschland beworben und beim Casting eine gute Figur gemacht.


Video: Gary Hines im Ninja-Parcours


In deiner Heimat USA hast du erst Basketball gespielt, Track & Field und Hochsprung gemacht und bist dann zum Handball gekommen – eine Sportart, die in den USA eigentlich wenig populär ist. Wie kam es dazu?

Als ich 14 Jahre alt war, wollte unser Basketball-Coach eine neue Sportart bei uns einführen und das war Handball. Ich habe weiter Basketball gespielt, aber parallel auch immer Handball. Ich war gut in vielen Sportarten aber als ich 17 Jahre alt war, musste ich mich für eine Sportart entscheiden. Ich habe Handball genommen. Es ist deutlich schwieriger, Profi-Basketballer als Profi-Handballer zu werden und da konnte ich einfach mehr erreichen. Schnell bin ich dann auch zur Nationalmannschaft gekommen.

Was fasziniert dich am Handball?

Es verbindet vieles von meinen Lieblingssportarten Basketball, American Football, Hockey, und Rugby. Es macht mir immer großen Spaß. Nächstes Jahr bin ich schon 20 Jahre Nationalspieler.

Es war geplant, dass du mit den USA an der Handball-WM in Ägypten teilnimmst. Durch einen Corona-Ausbruch in eurem Team konntet ihr nicht mitspielen. Wie enttäuscht warst du?

Das war sehr schwierig für mich. Wir waren richtig gut vorbereitet. Alle Tests waren die ganze Zeit negativ, aber zwei Tage vor unserem Abflug waren auf einmal 90 Prozent der Mannschaft positiv. Danach hatte ich zwei Monate keine Motivation. Ich hatte keine Lust auf Handball oder Ninja.

Was sind deine nächsten Ziele mit dem Team?

Im Juni haben wir ein Qualifikationsturnier für die Panamerika-Meisterschaft, das wollen wir natürlich überstehen. Und ich persönlich möchte einfach immer in guter Form sein. Ich bin schon 37 Jahre alt und immer noch topfit. Die Jungs im Verein, in der Nationalmannschaft und die Leute aus der Ninja-Community sind immer begeistert von mir.

Nach zehn Jahren als Profi beim HSC Bad Neustadt spielst du jetzt Handball in der Bezirksliga beim HSV Solingen-Gräfrath. Was ist dein sportlicher Fokus? Bist du vor allem Handballer oder Ninja?

Ich möchte beides machen. Dieses und letztes Jahr lag mein Fokus aber vor allem auf meiner Arbeit. Ich möchte für die Zukunft abgesichert sein. Ich habe in der A-Jugend von TSV Bayer Dormagen beim Trainer hospitiert und zwischendurch selbst das Training übernommen. Seit kurzem arbeite ich bei der AWO als Jobcoach.

Was motiviert dich nach all den Staffeln immer noch, bei Ninja Warrior teilzunehmen?

Auf jeden Fall die Fans. Einige Leute denken aber, dass ich vieles nicht schaffen kann, weil ich kein Kletterer, sondern Handballer bin. Ich habe nicht die typische Ninja-Figur und gehöre trotzdem zu den besten Athleten. Ich motiviere mich selbst, dass ich mit den Kletterern und Parkour-Läufern mithalten kann und die Fans unterhalte. Und ich will mich immer noch verbessern.

Du bist ein echtes Muskelpaket. Welche Hindernisse fallen dir deshalb besonders leicht, welche sind schwieriger für dich?

Hindernisse mit kleinen Leisten zum Greifen sind schwierig für mich. Schwingen und Trampoline liegen mir aber sehr gut. Mein Lieblingshindernis sind die Schwingflügel.

Wie hast du dich für diese Staffel vorbereitet?

Ich habe viel Kraftausdauer trainiert, vor allem für die Griff- und Fingerkraft und für die Arm-Schulter-Partie. Ich bin mindestens viermal in der Woche im Fitnessstudio und muss etwas weiter fahren, um in eine Ninja-Halle zu kommen. Das klappt nur ungefähr zweimal im Monat.

Nachdem du in den ersten beiden Staffeln im Finale warst, hat es in den letzten Jahren "nur" zum Halbfinale gereicht. Woran musst du arbeiten, um wieder ins Finale zu kommen?

Ich muss mich besser konzentrieren. Bei der letzten Staffel hatte ich viel Stress im Privatleben und konnte mich nicht zu 100 Prozent auf die Show fokussieren. Dann habe ich im Parcours kleine Fehler gemacht, die ich vorher noch nie gemacht habe.

Gibt es andere Ninjas, die du besonders magst?

Aus den USA schätze ich Ryan Stratis sehr. Wir haben auch schon gemeinsam trainiert. Hier in Deutschland trainiere ich öfter mit Ali Moussa. Wir haben uns vor vier Jahren bei den Beast Games in Würzburg kennengelernt und sind mittlerweile "Bros".

Wie kam es zu deinem Spitznamen "Hangtime"?

Der Name ist bei meinem ersten Länderspiel entstanden. Ich habe zwölf Tore gemacht und eine Zeitung hat am nächsten Tag über die "Gary Hangtime Hines Show" geschrieben. Ich bin über die Abwehr gesprungen und immer lange in der Luft geblieben.

Auf Instagram bist du oft mit deinem Hund Gizmo zu sehen. Ihr beide habt auch bei der Show "Top Dog – der beste Hund Deutschlands" mitgemacht. Wie wichtig ist dir die Zeit mit deinem Hund?

Die Zeit mit ihm ist mir sehr wichtig. Hier in Deutschland bin ich allein, meine Familie ist in den USA und ich sehe sie nur zweimal im Jahr. Ich habe Gizmo, seit er sieben Wochen alt ist. Vor "Top Dog" haben wir viel trainiert, Agility gemacht und ich bin sehr stolz auf ihn. Wir haben viel Spaß zusammen.

Neben "Top Dog" und Ninja Warrior Germany warst du auch schon in der Datingshow "Take me out XXL" zu sehen. In welchem TV-Format sehen wir dich als nächstes?

Ich würde sehr gerne mal bei einer Trampolinshow mitmachen.

Das Gespräch führte Lionard Tampier