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So kam es zum BVB-Slogan "Echte Liebe"

25.10.2021 10:37
Markus Rejek (l.) war Marketingleiter beim BVB
© imago sportfotodienst
Markus Rejek (l.) war Marketingleiter beim BVB

Jeder BVB-Anhänger kennt ihn, auch über die Vereinsgrenzen hinaus hat er einen enormen Bekanntheitsgrad erlangt: Der Vereinsslogan "Echte Liebe" von Borussia Dortmund ist eine echte Marke geworden und steht für die Werte und das Selbstverständnis beim Traditionsverein aus Westfalen. Doch wie kam es überhaupt zu diesem Slogan?

Die Entstehungsgeschichte hinter diesem Markenclaim des BVB, der sich ähnlich wie das Motto "Mia san Mia" des FC Bayern München längst etabliert hat, wurde jetzt vom ehemaligen Marketingleiter der Dortmunder, Markus Rejek, erzählt.

Der 54-Jährige, der mittlerweile als kaufmännischer Geschäftsführer bei Bundesliga-Konkurrent Arminia Bielefeld tätig ist, sprach über die damalige Zeit beim BVB, als noch Jürgen Klopp als Cheftrainer an der Linie stand.

"Ich kann mich gut an ein Vier-Augen-Gespräch mit Hans-Joachim Watzke erinnern. Er hat damals hinterfragt: Brauchen wir so etwas überhaupt, ist das für einen Fußballverein notwendig?", berichtete Rejek im Interview bei "Spox" über die anfänglichen Zweifel des BVB-Geschäftsführers an der Idee eines neuen Vereinsslogans. 

"Echte Liebe" passte "wie Arsch auf Eimer"

Nachdem Rejek den Klubboss überzeugt hatte, ging dann alles ganz schnell: "Ich hatte drei Vorschläge dabei. Die 'Echte Liebe' hatten wir bereits 2009 bei der Kampagne zum 100-jährigen Vereinsjubiläum verwendet. Das wurde von den Fans sehr gut angenommen. [...] Man hat meist einen Favoriten und packt dann noch zwei Alternativen dazu, die idealerweise abgelehnt werden, damit es am Ende der Favorit wird. Und der war zweifelsfrei die Echte Liebe, weil das - wie Jürgen Klopp sagen würde - wie Arsch auf Eimer passte."

Seit 2010 wurde der Slogan dann endgültig fester Bestandteil der Marke Borussia Dortmund und ist seit dem praktisch untrennbar und unverwechselbar mit dem Verein verbunden.

Die größte Unterstützung im Bereich Marketing sei zu jeder Zeit aber nicht das neue Motto "Echte Liebe" gewesen, sondern Cheftrainer Jürgen Klopp höchstpersönlich. Rejek erinnert sich an die riesigen Sympathien, die der zweifache Meistertrainer des BVB in der gesamten Region hervorgerufen hatte: "Er hat die Identität von Borussia Dortmund selbst verkörpert und vorgelebt. Es war, als wäre die Identität des BVB und vieles von Jürgens Charakter eins gewesen."

Rejek arbeitete bis 2014 beim BVB, wechselte dann zum TSV 1860 München und schließlich im Jahr 2017 nach Bielefeld.

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