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Teamchef Capito im Interview

Wie Williams den "Walk of Shame" verkürzen will

14.10.2021 16:30

Das Hinterbänkler-Team sammelt plötzlich eifrig Punkte. Im vergangenen Jahr hatte der Formel-1-Rennstall Williams keinen einzigen Punkt auf dem WM-Konto. Inzwischen setzen George Russell und Nicholas Latifi im FW43B immer wieder Ausrufezeichen. Welches Ziel der deutsche Teamchef Jost Capito für den Rest der Saison ausgibt, und was er bei der Premiere der F1 in Saudi-Arabien (5. Dezember, LIVE bei RTL) erwartet, sehen Sie im Exklusiv-Interview oben im Video.

Vielleicht wird es schon bald heißen: 2021 - das war's. Das war der Wendepunkt bei Williams. Denn was sich nach den 16. Rennen auf den ersten Blick mager anhört - 8. Platz, 23 Punkte -, ist auf den zweiten einen riesiger Schritt nach vorne. Noch 2020 tuckerten die Williams-Fahrer chancenlos am Ende des Feldes ins Ziel. Punkte? Keine.

In diesem Jahr ist Schluss mit der Nullnummer-Orgie. Anderthalb Jahre nach dem letzten Punktgewinn durch Robert Kubica in Hockenheim (2019) holten Nicholas Latifi und George Russell beim Ungarn-GP endlich wieder die ersehnten Punkte für Williams. Und das Duo legte nach.

Höhepunkt, wenn auch durch das absolute Regen-Chaos und einer 2-Runden-Farce verwässert, war der 2. Platz für Russell in Spa. Mittlerweile kann man die Williams-Piloten fast schon als Dauergäste in den Punkten bezeichnen. Zumindest wird deutlich: Das Team hat einen Sprung nach vorne gemacht, liegt momentan auf Platz 8 in der Konstrukteurs-WM. Und genau diesen 8. Platz will Williams mit aller Macht verteidigen, wie Teamchef Jost Capito im RTL-Interview betont.

"Unser Ziel für dieses Jahr muss jetzt sein, den 8. Platz in der Konstrukteurs-Meisterschaft zu halten", sagte der 63-Jährige. "Wir liegen 17 Punkte vor dem 9. Platz, vor Alfa, das muss ganz klar unser Ziel sein, diesen Vorsprung zu halten und die Saison auf dem 8. Platz zu beenden, so dass der 'Walk of Shame' nächstes Jahr auch ein bisschen kürzer wird, dass wir nicht mehr ans Ende des Fahrerlagers gehen müssen." Diesen Aufschwung im ganzen Team gelte es dann zu nutzen.

Capito lobt die Stimmung im Team

Das Ziel zu erreichen werde nicht einfach, so Capito. "Weil wir am Auto vom letzten Jahr zu diesem Jahr so gut wie nichts entwickeln durften und jetzt die Entwicklung schon seit längerem komplett eingestellt ist." Was für den britischen Rennstall spricht: Die Stimmung im Team. "Wir sind momentan so gut aufgestellt und auch der Spirit im Team ist so gut, dass man die Erfolgsserie, die wir jetzt eingeläutet haben, dass man da noch weiterkommen will, und dass man da wirklich wieder hungrig auf gute Erfolge geworden ist."

Vielleicht ja auch beim nächsten RTL-Rennen - am 5. Dezember in Saudi-Arabien. Das Rennen in Dschidda ist auch für Capito und Williams noch eine Wundertüte. "Es kommt auf den Belag an, es kommt auf die Wettersituation an, wie viel Wind, aus welcher Richtung. Auf jeden Fall sieht das Layout der Strecke sehr interessant aus."

Capito erwartet dort ein spannendes Rennen, in dem auch seine Piloten weiter vorne mitmischen könnten. Der Grund dafür: "Die Low-Downforce-Strecken scheinen unserem Auto besser zu liegen." Wenngleich bei Prophezeiungen dieser Art auch F1-Teams daneben liegen können. "Wir hatten in diesem Jahr Strecken, auf denen wir geglaubt haben, da sind wir nicht wirklich konkurrenzfähig, wo wir dann recht gut waren. Umgekehrt gab es Strecken, wo wir im letzten Jahr gut waren und in diesem Jahr nicht."

Neue Strecke in Saudi-Arabien sollte Williams zu Gute kommen

Woran das liegt? "Die Autos haben sich ein bisschen verändert und damit haben sich auch die Konkurrenzkämpfe etwas verschoben."

Wichtig ist für Capito, dass man überhaupt mal wieder in den "Infight" gehen kann. "Wir sind in diesem Jahr glücklich, dass wir in Kämpfen mitfahren können und nicht nur hinter dem Feld herfahren. Das macht dem ganzen Team sehr viel Freude", so der Teamchef. "Wir erwarten, dass uns Saudi-Arabien, eine Strecke, wo es noch keine Daten gibt, die auch eine neue Strecke für die Fahrer ist, von denen wir glauben, dass sie sich sehr gut darauf einstimmen können, zu Gute kommen sollte."

Und bis dahin gibt es noch mit Rennen in Austin, Mexiko City, Brasilien und Katar weitere Möglichkeiten für die nächsten Williams-Überraschungen.

© RTL