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109. Tour: Start in Dänemark, Vorfreude auf L'Alpe d'Huez

14.10.2021 14:52
© PETE GODING via www.imago-images.de

Die Tour de France bietet auch in der 109. Auflage alle Zutaten für ein Spektakel. Die deutschen Fahrer dürften wieder vor allem als Helfer gefordert sein - und auf Etappensiege setzen.

Emanuel Buchmann studierte die Route der 109. Tour de France neugierig im Team-Camp im fernen Öztal, Tadej Pogacar plante im Pariser Palais des Congres beim Blick auf den Kurs schon den nächsten Angriff auf das Gelbe Trikot: Ein Favoriten-Showdown in Alpe d'Huez, Sturzgefahr auf dem Kopfsteinpflaster von Paris-Roubaix und ein Herzschlagfinale im Kampf gegen die Uhr - die Frankreich-Rundfahrt geizt auch 2022 nicht mit Höhepunkten.

"Es ist eine schöne Tour, aber auch eine anstrengende", sagte Ralph Denk, Teamchef des deutschen Top-Teams Bora-hansgrohe, dem SID am Donnerstag: "Mit klassischen Anstiege wie Alpe d'Huez oder Hautacam beschäftigt sich der Fan noch intensiver als mit anonymen Bergen." Der deutsche Meister Maximilian Schachmann meinte: "Es wird eine spannende Tour, sie ist ausgewogen."

Einen großen Einfluss auf das Gesamtergebnis dürften neben den Bergetappen in Alpen und Pyrenäen die beiden Zeitfahren haben. Der Startschuss fällt mit einem 13 Kilometer langen Kampf gegen die Uhr in Kopenhagen, Dänemark wird damit zehntes Gastgeberland des Grand Depart. Das Einzelzeitfahren der vorletzten Etappe nach Rocamadour ist stolze 40 Kilometer lang.

Tour de France: Favoriten-Showdowns in den Alpen

Dass sicher geglaubte Siege im Zeitfahren noch verspielt werden können, bewies zuletzt der Slowene Pogacar, als er 2020 seinem Landsmann Primoz Roglic vor dem Schlusstag noch das Gelbe Trikot entriss. Im kommenden Jahr peilt der 23-Jährige vom Team UAE Emirates den dritten Erfolg in Serie an. "Es ist ein wirklich guter Kurs, ich kann es kaum erwarten. Wenn man bereits gewonnen hat, ist der Druck natürlich größer", sagte Pogacar.

Für Diskussionen dürfte die fünfte Etappe sorgen, die für rund 20 Kilometer über die Kopfsteinpflaster-Passagen des Klassikers Paris-Roubaix führt. "Ich würde es mir wünschen, dass die Etappe für alle Favoriten gut über die Bühne geht", sagte Denk: "Man kann die Tour dort durch Pech verlieren." Das sei auch auf den anderen Etappen der Fall, aber "man fordert es durch solche Aktionen heraus".

Nach Abstechern nach Belgien und in die Schweiz warten mit den Bergankünften am 2413 m hohen Col du Granon und L'Alpe d'Huez zwei Favoriten-Showdowns in den Alpen. In den Pyrenäen sind drei Etappen angesetzt. Auf dem Weg von Kopenhagen nach Paris sind insgesamt 3328 Kilometer im Sattel zu absolvieren.

Ob der deutsche Hoffnungsträger Buchmann im Juli sein Tour-Comeback feiert, ist noch offen. Der Ravensburger ist ein exzellenter Kletterer, der Kampf gegen die Uhr allerdings nicht seine größte Stärke und die erhoffte Podestplatzierung dadurch nur schwer zu erreichen. "Wer nicht so gut im Zeitfahren ist, geht mit einem virtuellen Rückstand ins Rennen", sagte Denk.

Am Schlusstag in Paris fahren dann auch die Frauen ins Rampenlicht. Die Neuauflage der "Tour de France Femmes" startet im Schatten des Eiffelturms und führt im Anschluss über acht Etappen zur Planches des Belles Filles. Die Gesamtlänge der Strecke beträgt 1029 km.