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Bayern-Star drohen viele Monate hinter Gittern

Justizkreise: Hernández wird ins Gefängnis müssen

14.10.2021 18:17

Muss Lucas Hernández wirklich ins Gefängnis? Der französische Nationalspieler in Diensten des FC Bayern hat ein riesiges Problem mit der spanischen Justiz. Sechs Monate soll er absitzen, weil er ein rechtskräftiges Urteil von 2019 missachtet hatte. Wie geht es für den Münchner Profi weiter?

Am 19. Oktober muss er persönlich in Madrid erscheinen und "innerhalb von zehn Tagen seine Haftstrafe in einer Strafanstalt seiner Wahl antreten", heißt es. Tags darauf, am 20. Oktober trifft der FC Bayern in der Champions League auf Benfica - aller Voraussicht nach ohne Hernández.

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass die spanische Justizbehörde nicht gewillt ist, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Hernández habe vor zwei Jahren den Spruch des Richters "bei vollem Bewusstsein" mit "absolutem Hohn" quittiert. Zudem ist er bereits wegen häuslicher Gewalt verurteilt.

Hernández' Seite setzt nun laut Bericht darauf, dass eine höhere Instanz doch noch eine Umwandlung in eine Geldstrafe erlaubt. Allerdings ist offen, wann über die Berufung entschieden wird - es gibt im spanischen Recht dafür keine Fristen.

Eine Umwandlung in gemeinnützige Arbeit ist von der spanischen Justiz bereits abgelehnt worden. Das liegt daran, dass Hernández 31 bereits angeordnete Tage gemeinnütziger Arbeit nie abgeleistet hat.

Internationale Fahndung ab kommender Woche?

Sollte das Urteil bis kommenden Dienstag nicht umgewandelt werden, muss der 25-Jährige seine Haftstrafe zunächst antreten. Passiert dies nicht, würde der Bayern-Profi international zur Fahndung ausgeschrieben, sagte ein Justizsprecher der "Süddeutschen Zeitung".

Wie die "L'Équipe" eine Quelle aus Justizkreisen zitiert, sei es derzeit "wahrscheinlicher, dass Hernández ins Gefängnis muss, als dass er es nicht muss."

Hernández hatte 2017 gegen ein Annäherungs- und Kontaktverbot gegenüber seiner Freundin Amelia verstoßen, mit der er inzwischen nach der Versöhnung verheiratet ist. Mit dem Kontaktverbot war der Münchner Profi wegen einer handgreiflichen Auseinandersetzung belegt worden. Laut Gericht hat das Paar dagegen verstoßen, indem es wenige Monate später gemeinsam nach Miami flog.

Noch keine Stellungnahme von Hernández oder dem FC Bayern

Hernández war deshalb nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub am Flughafen in Madrid kurzzeitig festgesetzt worden. 2019 folgte das Hafturteil des 35. Strafgerichts in Madrid, das nun vollstreckt werden soll.

Seine Ehefrau Amelia bleibt laut "AS" unterdessen unbehelligt, da sie anders als Hernández zum Zeitpunkt der gemeinsamen Reise noch nicht über die einstweilige Verfügung - das Kontaktverbot - informiert worden war.

Von Hernandez' Seite gab es bislang keine Stellungnahme. Nach "dpa"-Informationen will der Profi zu dem Termin am kommenden Dienstag vor Gericht erscheinen. Auch der FC Bayern äußerte sich zur Situation seines Angestellten noch nicht.

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