Heute Live

Biathlon-Zoff: Bö-Brüder schießen scharf gegen Loginov

01.10.2021 10:46
Tarjei Bö (Mitte) und Alexander Loginov (re.) werden keine Freunde mehr
© GEPA pictures/ Jasmin Walter via www.imago-images.
Tarjei Bö (Mitte) und Alexander Loginov (re.) werden keine Freunde mehr

Der Russe Alexander Loginov gilt im Biathlon-Zirkus nach seiner Dopingsperre wegen EPO-Missbrauchs als Per­so­na non gra­ta. Vor allem die Superstars der Szene griffen und greifen den Dopingsünder immer wieder schwer und auch öffentlich an. Zu den schärfsten Kritikern Loginovs gehören die Bö-Brüder aus Norwegen. Sie haben nun ein Buch herausgebracht, in dem sie den Russen einmal mehr heftig attackieren. 

Es war einer der großen Aufreger der Biathlon-WM im vergangenen Jahr in Antholz. Im Sprint der Herren gab es in Martin Fourcade sowie den beiden Bö-Brüder Tarjei und Johannes Tignes eigentlich drei klare Favoriten. Das Rennen und somit die Goldmedaille gewann aber ein anderer: Alexander Loginov. Der Mann, der in der Vergangenheit des Dopings überführt wurde und an dessen Leistungen seitdem immer wieder gezweifelt wird. 

"Es ist traurig, wenn ein ehemaliger Doper Weltmeister wird", machte Johannes Tignes Bö aus seiner Abneigung gegenüber Loginov schon damals keinen Hehl. Und auch Bruder Tarjei schoss scharf gegen den Russen und sagte: "Loginov hat es nicht verdient, hier zu sein."


Mehr dazu: Alpin-Saison droht Chaos-Start in Lake Louise


In ihrem nun veröffentlichten Buch mit dem Titel "Brødrekraften" (dt.: Die Bruderschaft) schildert Tarjei Bö die Situation von damals in Antholz ausführlich und verrät, warum sich beide Brüder anschließend öffentlich gegen Loginov positionierten. 

"Ich bin das Rennen meines Lebens gemacht. Ich habe alle Scheiben getroffen, bin unfassbar schnell gelaufen und habe um Gold gekämpft. Im Ziel habe ich Johannes dann um eine Sekunde geschlagen. Und Johannes zu schlagen sollte eigentlich genug sein, um zu gewinnen. Er war davor zwei Jahre lang der Beste der Welt", schildert Tarjei Bö seine Erinnerungen an das WM-Rennen.

Als er schließlich über die Linie kam, sah er, dass es nur zum dritten Platz reichte. "Ich war hinter den beiden Franzosen Martin Fourcade und Quentin Fillon Maillet. Aber deswegen war ich nicht sauer. Ich hätte mit Bronze im Sprint leben können. Nach so einem starken Rennen hätte sich das fast wie ein Sieg angefühlt", so Bö. 

"Dann kam der Betrüger"

"Aber dann kam der Läufer, der es nicht verdient gehabt hat, überhaupt da zu sein. Dann kam der Betrüger und hat Gold gewonnen", beschimpfte Bö den Russen. Als Loginov die Linie als Sieger überquerte habe er "komplett schwarz gesehen", erinnerte sich der Norweger.

Ein Gespräch mit dem Russen hat es seitdem nicht gegeben, erklärten die Brüder. "Wir haben von ihm nie eine Einladung bekommen. Wir haben ihn eingeladen und gehofft, dass er mit der Presse spricht, damit die Welt endlich erfährt, was er denkt. Aber sein Mund ist versiegelt. Wir glauben, dass es von ihm alles sehr peinlich ist", sagte Johannes Tignes im "Dagbladet"-Interview.