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Deutschland ohne "Granaten" bei Tischtennis-EM

27.09.2021 11:13
Patrick Franziska (l.) führt das deutsche Tischtennis-Aufgebot an
© Wuest /Eibner-Pressefoto
Patrick Franziska (l.) führt das deutsche Tischtennis-Aufgebot an

Mit einem "Grand ohne Granaten" wollen die deutschen Tischtennis-Asse bei der Mannschafts-EM ab Dienstag in Cluj die Zukunft beginnen lassen.

Erstmals seit 25 Jahren bei kontinentalen Titelkämpfen ohne Rekordtitelgewinner Timo Boll oder den Olympia-Dritten Dimitrij Ovtcharov hoffen die Olympia-Zweiten von Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf in Rumänien dennoch auf eine erfolgreiche Titelverteidigung. Für die Damen des Deutschen Tischtennis-Bundes wäre ohne ihre drei Top-Spielerinnen eine Medaille ein achtbarer Erfolg.

"Zwei Granaten wie Boll und Ovtcharov nehmen mit ihrer Klasse den Druck raus. Genau deshalb ist es ganz wichtig, dass die etwas jüngeren Spieler die Chance bekommen, unter Druck zu agieren. Das ist genau das, was wir jetzt und in der Zukunft unbedingt brauchen", erklärt Roßkopf zur Wettkampfpause seiner Stars.

Statt der beiden Top-10-Spieler schlüpft erstmals der frischgekürte Europe-Top-16-Sieger Patrick Franziska in die Anführerrolle. Bei den Damen gibt ohne das Tokio-Trio mit Europameisterin Petrissa Solja (verletzt) sowie Han Ying und Shan Xiaona (beide ebenfalls Regeneration) die deutsche Meisterin Nina Mittelham, die ebenfalls beim Europe Top 16 triumphierte, ihr Debüt als Nummer eins.

Deutsche Ambitionen keineswegs geschrumpft

An den Ambitionen der erfolgsgewohnten DTTB-Teams ändern die neuen Konstellationen wenig. "Wir schicken zwei sehr starke Teams an den Start", meint DTTB-Sportdirektor Richard Prause: "Beide haben das Zeug, gegen starke Konkurrenz um die Medaillen zu spielen und im Optimalfall auch Europameister zu werden."

Sichtbarstes Zeichen für den angestrebten Generationswechsel ist die Nominierung von zwei Teenagern. Der 18 Jahre alte Jugend-Europameister Kay Stumper ist ebenso erstmals bei einem großen Turnier dabei wie die drei Jahre jüngere Dreifach-Schülereuropameisterin Annett Kaufmann.

Erste Etappe auf dem Weg zum Titel sind für die Herren die Vorrundenspiele gegen die Ukraine (Mittwoch/18:00 Uhr) und Belarus (Donnerstag/18:00). Mittelham und ihre Kolleginnen messen sich in der Gruppe mit der Slowakei (Mittwoch/15:00) und Spanien (Donnerstag/12:00). Nur die Sieger der acht Dreier-Gruppen ziehen ins Viertelfinale ein und lösen damit zugleich das Ticket zur Mannschafts-WM 2022 in Chengdu/China.