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Wende oder echte Krise? Frankfurt in der Bringschuld

23.09.2021 14:59
Oliver Glasner steht mit Eintracht Frankfurt unter Druck
© Juergen Kessler via www.imago-images.de
Oliver Glasner steht mit Eintracht Frankfurt unter Druck

Eintracht Frankfurt wartet nach sieben Pflichtspielen unter Trainer Oliver Glasner immer noch auf den ersten Sieg. Gegen Fast-Absteiger Köln ist der Europa-League-Teilnehmer plötzlich in der Außenseiterrolle.

Mehr als doppelt so viele Tore, satte 27 Punkte mehr - Champions-League-Rennen statt blanker Existenzkampf: Eintracht Frankfurt bewegte sich in der vergangenen Spielzeit in ganz anderen Sphären als der 1. FC Köln. Doch mittlerweile wirkt dieses Bild wie aus einer anderen Zeit, in der Fußball-Bundesliga herrscht eine neue Realität. Während die Rheinländer als positive Überraschung der Liga glänzen, befinden sich die Hessen in der Krise - in sieben Pflichtspielen unter dem neuen Trainer Oliver Glasner gab es keinen Sieg.

Die Sehnsucht nach der Wende ist groß, doch über das Wohl und Wehe in dieser Saison entscheide das Heimspiel am Samstag (15:30 Uhr) nicht. "Müssen gibt es nicht im Sport", betonte Glasner resolut: "Wir dürfen in dieser Phase nicht verkrampfen. Die Jungs haben so einen super Charakter. Man sieht, wie sie sich in jedem Spiel aufopfern." Aber man müsse "auch gewisse Dinge im Leben passieren lassen."

Es fehle beim Tabellen-15. derzeit schlicht das "Selbstvertrauen", führte Glasner weiter aus: "Da ist es wichtig, nicht noch mehr draufzudrücken. Die Spieler wollen unbedingt gewinnen und mehr Tore erzielen. Und in diesem unbedingt Wollen passieren Ungenauigkeiten, falsche Entscheidungen, Fehleinschätzungen. Wir haben die Lockerheit nicht, dass es gerade einfach aus den Beinen flutscht." Auch seine Spielidee hat das Team noch nicht verinnerlicht.

System-Umstellung bei Eintracht Frankfurt

Das System Glasner hakt, zuletzt verspielte die SGE in der Liga drei 1:0-Führungen. Die Umstellung von Dreier- auf Viererkette macht mehr Probleme als erhofft, im defensiven wie offensiven Umschaltspiel gibt es teils große Defizite. Dazu fehlt nach dem Abgang von Tormaschine Andre Silva die in der vergangenen Saison ligaweit gefürchtete Angriffswucht, Filip Kostic nähert sich nach seinem Streik erst langsam wieder seiner Bestform.

"Es dauert alles ein bisschen", mahnt Glasner: "Geduld ist eine Facette, die ich kaum habe. Aber wir hatten unser erstes gemeinsames Training vor 14 Tagen, deshalb gibt es viele Punkte, wo wir Verbesserungspotenzial haben. Aber ich sehe schon in vielen Dingen, dass wir auf dem richtigen Weg sind." Wenn nun noch "ein Quäntchen Glück dazu kommt und wir den ersten Sieg holen, bin ich mir sicher, dass die Ergebnisse besser werden", sagte Kristijan Jakic.

Der kroatische Mittelfeldspieler hat als einziger Neuzugang gleich voll eingeschlagen. Der kolumbianische Königstransfer Rafael Borre hat Ladehemmung, die Youngsters Jesper Lindström, Jens Petter Hauge oder Fabio Blanco brauchen noch Zeit. Zumindest fand Last-Minute-Transfer Sam Lammers zuletzt mit zwei Treffern in zwei Spielen in die Spur. Setzt er diese Mini-Serie fort, könnte dem ganzen Team gegen den Tabellensiebten Köln der ersehnte Befreiungsschlag gelingen.

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