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Wie der SC Paderborn den FC Schalke, HSV und Co. ärgert

23.09.2021 11:43
Lukas Kwasniok steht beim SC Paderborn an der Seitenlinie
© pmk via www.imago-images.de
Lukas Kwasniok steht beim SC Paderborn an der Seitenlinie

Erfolgstrainer Steffen Baumgart ist weg, mehrere Topspieler auch. Trotzdem führt der SC Paderborn die Tabelle in der nominell stärksten 2. Liga der Geschichte an und ärgert so die favorisierten Traditionsklubs wie den FC Schalke 04, Hamburger SV und Werder Bremen.

Der als "Fußballgott" verehrte Erfolgstrainer Steffen Baumgart mischt mittlerweile mit dem 1. FC Köln die Bundesliga auf. Kurz nach ihm gingen im Sommer der Abwehrchef, der Spielmacher und der zweitbeste Torschütze - und doch steht der SC Paderborn in der prominent besetzten 2. Liga an der Tabellenspitze.

"Wir sind für einen Spieltag der Gejagte, nicht mehr und auch nicht weniger", sagte Baumgarts Nachfolger Lukas Kwasniok und bemühte sich, vor dem Spiel gegen den schwach gestarteten Fast-Aufsteiger Holstein Kiel am Samstag (13:30 Uhr) die Erwartungen zu dämpfen.

In der "Sport1"-Sendung "Doppelpass 2. Liga" erklärte der Coach zuletzt noch etwas forscher: "Wir wollen uns in der oberen Tabellenhälfte festbeißen. Schauen wir mal, ob die Großen uns lassen."

Die Ostwestfalen fühlen sich pudelwohl in der Rolle des Underdogs. Schon zweimal, 2014 und 2019, mischte der SCP verdächtig lange oben mit, wurde von den namhafteren Klubs nicht so richtig ernst genommen - und stieg letztlich direkt ins Oberhaus auf.

Der 40-jährige Kwasniok weiß, dass seine Mannschaft brennt. Auch wenn in Innenverteidiger Sebastian Schonlau (Hamburger SV), Mittelfeldlenker Sebastian Vasiliadis (Arminia Bielefeld) und Offensivwaffe Chris Führich (13 Tore in der Vorsaison/VfB Stuttgart) drei absolute Schlüsselspieler gegangen sind, bestechen die Paderborner auch unter dem neuen Coach durch ihre aggressive Spielweise und enorme Geschlossenheit.

Kwasniok verehrt Marcelo Bielsa

Dreimal schon, darunter beim 4:1 bei Werder Bremen, übertölpelte der SCP den Gegner früh im Spiel und lag bereits vor dem Seitenwechsel vorentscheidend 3:0 in Führung.

Fast zwangsläufig wird Kwasniok, zuvor beim Drittligisten 1. FC Saarbrücken tätig, mit seinem Vorgänger verglichen. Der Zweitliga-Novize will zwar seinen "eigenen Weg" gehen, erinnert aber auch mit der folgenden Aussage ziemlich an Baumgart: "Bei mir sind Spieler nie tot. Man kann sich immer in die Mannschaft zurückarbeiten. Das ist meine Art zu führen."

Kwasnioks Vorbilder sind aber andere. Der Deutsch-Pole schätzt Pep Guardiola für seine Akribie, Jürgen Klopp für seine Emotionen, Diego Simeone für seine Leidenschaft und die Art, das eigene Tor zu verteidigen. Am allermeisten aber verehrt er Marcelo Bielsa: "Weil er unkonventionell ist."

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