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Joan Mir kritisiert "Hinterradlutscher" Márquez

18.09.2021 17:47
Joan Mir hat seinen Landsmann Marc Márquez kritisiert
© via www.imago-images.de
Joan Mir hat seinen Landsmann Marc Márquez kritisiert

Seit seiner langen Verletzungspause sucht sich Marc Márquez regelmäßig einen Konkurrenten aus, an den er sich im Training oder im Qualifying anhängt und als Referenz für eine gute Rundenzeit nutzt. Diese Taktik verfolgte der Honda-Fahrer auch am Samstag in Misano.

Am Vormittag hatte er sich Suzuki ausgesucht. Bereits im dritten Training wollte er sich an Joan Mir/Alex Rins anhängen, aber als das Duo in der Boxengasse durchstartete, war bei Márquez' Honda noch die Heizdecke auf dem Hinterreifen.

Er ärgerte sich, dass er nicht gemeinsam mit dem Suzuki-Duo losfahren konnte. Im vierten Training klappte diese Taktik aus Márquez-Sicht. Er drehte viele Runden direkt hinter Mir und folgte dem amtierenden Weltmeister wie ein Schatten.

"Alle Fahrer wissen, was Marc braucht", kommentiert Mir die "Hinterradlutscher-Taktik". "Er braucht immer ein Hinterrad, um schnell zu sein. Ich weiß nicht. Für mich ist es schwierig zu verstehen, wie ein achtmaliger Weltmeister den Job nicht alleine machen kann."

"Aber okay, Marc liebt es, dieses Spiel zu spielen. Heute war ich es. Ich habe versucht meinen Job zu machen und es ist mir egal, ob jemand hinter mir hängt. Ich versuche meine 100 Prozent zu geben und für das Rennen zu arbeiten."

Nachdem Mir in seiner Medienrunde diese Worte von sich gegeben hatte, wurde Márquez damit konfrontiert. "Ich habe mit Mir schon gesprochen. Er hat zu mir gesagt, dass es mich nicht kümmern soll, was sie [die Journalisten] fragen werden, weil er keinen Druck gemacht hat."

"Er meinte, dass es normal ist, wenn ein langsamer Fahrer einem schnellen Fahrer folgt", sagt Márquez. Damit gibt es kein böses Blut zwischen den beiden Spaniern. "Das ist im Motorradrennsport normal. Man darf natürlich den Vordermann nicht behindern."

Abgesprochene Taktik mit Stefan Bradl in Q1

Da Mir direkt für Q2 qualifiziert war und Márquez nicht, musste er in Q1 ein anderes Hinterrad finden. Es entstand in beiden Versuchen eine interessante Konstellation mit drei Honda-Fahrern. Wildcard-Starter Stefan Bradl zog Marc Marquez um den Kurs, gefolgt von Alex Marquez.

"Stefan hat einen sehr guten Job gemacht", lobt Márquez und verrät die abgesprochene Taktik: "Es war meine Idee, die er akzeptiert hat. Er hat vor mir gepusht und ich konnte hinter Bradl eine gute Rundenzeit fahren und es ins Q2 schaffen."

Sturz hinter Francesco Bagnaia in Q2

In Q3 suchte sich Márquez dann das Hinterrad von Ducati. Im ersten Versuch klemmte er sich hinter Jack Miller und stellte seine persönliche Bestzeit von 1:31.935 Minuten auf. Für den zweiten Versuch reihte er sich in der Boxengasse hinter Francesco Bagnaia ein.

Das Vorhaben ging aber schief, denn Márquez stürzte während seiner fliegenden Runde in Kurve 9. "Ich hatte den schnellsten Fahrer vor mir. 'Pecco' ist unglaublich gut gefahren und war schneller als alle anderen", sagt Márquez. "Er war offensichtlich schneller als ich."

"Ich habe versucht ihm zu folgen. Aber an diesem Bremspunkt habe ich zu spät gebremst." Bagnaia fuhr die Runde zu Ende und eroberte die Poleposition. Márquez wurde auf Platz sieben zurückgereicht. Bester Honda-Pilot war sein Teamkollege Pol Espargaro als Sechster.

"Ich bin zufrieden, weil der Tag mit keinem guten Gefühl begonnen hat", zieht Márquez nach zwei Stürzen am Samstag Fazit. "Über den Tag hat sich das Gefühl verbessert. Startplatz sieben ist für mich auf dieser Strecke sehr gut. Wir wissen, dass wir im Qualifying Mühe haben. Prinzipiell war es ein gutes Ergebnis für mich."