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Freitag spricht über Hörmann-Nachfolge

16.09.2021 15:08
Der DOSB muss sich neu aufstellen
© AFP/SID/PATRIK STOLLARZ
Der DOSB muss sich neu aufstellen

Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, sieht den neuen Präsidenten oder die neue Präsidentin des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) vor einer Herkulesaufgabe.

"Da wird es eine Persönlichkeit brauchen, egal ob Mann oder Frau, die erst einmal die Scherben zusammenkehrt", sagte die SPD-Politikerin dem "SID" am Donnerstag am Rande des Kongresses #neuland in Aachen und nannte eine Vielzahl von Baustellen.

Der Sport liege auf "nationaler Ebene ziemlich am Boden", sagte die 68-Jährige. Es müsse das "zum großen Teil zerrüttete Verhältnis zur Berliner Politik repariert" werden, genauso wie das Verhältnis zu den Medien. "Auch da gibt es verheerende Entwicklungen", ergänzte die Sozialdemokratin. Zudem müsse der Dachverband außerhalb Deutschlands wieder Beachtung finden. "Der DOSB hat auf internationaler Ebene keine Rolle gespielt, das muss man einfach so sagen", sagte Freitag. Der Dachverband besitze "kein Netzwerk".

DOSB-Präsident Alfons Hörmann legt sein Amt nieder, nachdem durch einen Offenen Brief Zweifel an seiner Führung aufgekommen waren. Eine Neuwahl steht am 4. Dezember an, bislang ist kein Kandidat in die Offensive gegangen.

Dies liegt nach Meinung von Freitag, die nach zwölf Jahren als Sportausschuss-Vorsitzende nicht mehr um ein Bundestagsmandat kandidiert, zum einen an den laufenden Sondierungen einer eingesetzten Findungskommission. "Aber ich glaube auch: Wer sich das Ausmaß des Desasters genau vor Augen führt, der überlegt sich mehrfach, ob er sich das antun möchte", sagte sie.