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Sportmanager kritisiert DOSB-Führung

16.09.2021 13:07
Mronz-Kritik am Deutschen Olympischen Sportbund
© AFP/SID/FEDERICO GAMBARINI
Mronz-Kritik am Deutschen Olympischen Sportbund

Sportmanager Michael Mronz (54) hat die DOSB-Spitze für deren Bilanz der Olympischen Sommerspiele kritisiert und für die Neuwahlen im Dezember ein "sportpolitisches Zukunftskonzept" gefordert. "In Tokio gab es mehr Medaillen zu gewinnen als jemals zuvor. Und das vereinte Deutschland hat noch nie so wenige Medaillen gewonnen", sagte Mronz beim Kongress #neuland in Aachen. Die DOSB-Einordnung "recht ordentlich" könne "nicht unser Maßstab sein".

Die deutsche olympische Bewegung brauche "einen neuen Ansatz und einen neuen Aufbruch". Mronz begrüßt daher die Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes, vor der Wahl eines neuen Präsidenten am 4. Dezember in Weimar "eine Findungskommission eingesetzt" zu haben: "Zuerst die Inhalte, dann die Person, die dazu passt." Alfons Hörmann legt sein Amt nieder, nachdem durch einen Offenen Brief Zweifel an seiner Führung aufgekommen waren.

Nach der Wahl müsse es wieder um Inhalte gehen, forderte Mronz, der sich mit der Initiative Rhein Ruhr vergeblich um die Olympischen Spiele 2032 bemüht hatte. "Dann muss der DOSB wieder vertrauensvoll mit den Medien kommunizieren statt über Anwälte", sagte er - auch diese Spitze ging gegen Hörmann und die DOSB-Führung. Die hat gegen den Journalisten Jens Weinreich und den Spiegel Klage wegen der Berichterstattung über die Olympiabewerbung 2032 eingereicht.

Mronz und der DOSB liegen spätestens seit dem Frühjahr im Clinch, nachdem sich das Internationale Olympische Komitee für Brisbane als Ausrichter der Spiele 2032 entschieden hatte. Damals warf Hörmann der Initiative um Mronz öffentlich vor, der NRW-Landesregierung um Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) "nicht alle nennenswerten Informationen" vorgelegt zu haben. Der DOSB ist beim prominent besetzten Kongress in Aachen mit keinem Sprecher vertreten.

Die Hoffnung auf Olympische Spiele an Rhein und Ruhr hat Mronz noch nicht aufgegeben. Die neue DOSB-Führung müsse dafür "die Kommunikation mit dem IOC wieder auf eine solide Basis von wechselseitigem Vertrauen" stellen. Mronz ist sich sicher: "Die internationale Sportwelt erwartet geradezu eine deutsche Bewerbung." Für die nächste Chance 2036 wird allerdings immer wieder Berlin ins Spiel gebracht.

"Olympische und Paralympische Spiele im eigenen Land wären für den gesamten Sport eine zusätzliche Perspektive: für neue Eintritte in den Verein, für mehr Spitzensportler, für moderne, nachhaltige Sportstätten. Und am Ende auch für mehr Medaillen", sagte Mronz. Der Kölner ist seit mehr als zwei Jahrzehnten Cheforganisator des Reitsportevents CHIO in Aachen, das in dieser Woche nach einem Jahr Pandemie-Pause wieder stattfindet.