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Doch nicht Max' Fehler? Formel-1-Welt diskutiert weiter

Ex-Fahrer sehen Teilschuld für Monza-Crash bei Hamilton

14.09.2021 07:47

Auch Tage nach dem spektakulären Unfall beim Großen Preis von Italien zwischen den beiden WM-Aspiranten Max Verstappen und Lewis Hamilton diskutiert die Formel-1-Welt munter weiter über die Frage: Wer hat Schuld an dem Crash, der nur dank des Halo-Sicherheitssystems und einer großen Portion Glück ohne folgenschwere Verletzungen ausging? 

Nachdem die Rennleitung offiziell Red-Bull-Star Max Verstappen als Schuldigen ausgemacht hatte und ihn bereits mit einer Grid-Strafe für das nächste Rennen in eineinhalb Wochen in Russland belegte, gibt es immer noch gegenteilige Stimmen. 

Schon während der Live-Übertragung im TV hatte sich Ex-Formel-1-Fahrer Ralf Schumacher bei "Sky" nach dem Sichten mehrerer Zeitlupen festgelegt und eher den amtierenden Weltmeister Lewis Hamilton in der Verantwortung für den Unfall in Kurve 1 gesehen. Auch in seiner "Sky"-Kolumne sprach er Verstappen zumindest von jeglicher Absicht frei, die dem Niederländer am Sonntag von mehreren Stellen unterstellt worden war.

"Wenn man sich das genau anschaut, sieht man, dass Max schon versucht, den Crash zu verhindern, dabei nach links fährt und auf den Curb fährt. Man sieht ihn zu keiner Zeit in Hamilton reinlenken. Das war keine Absicht, aber ein willkommener Nebeneffekt", meinte der 46-Jährige. 

Massa und Di Resta einig: "Es ist 50 zu 50!"

Eine ähnliche Sichtweise vertritt Felipe Massa, mit 269 Starts in der Königsklasse des Motorsports einer der erfahrensten F1-Piloten aller Zeiten. Der Brasilianer vertritt die Meinung, dass Lewis Hamilton mehr hätte tun können, um den Unfall in der Prima Variante noch zu verhindern.

"Sie kämpfen um die Meisterschaft. Es hat gezeigt, dass keiner dem anderen irgendeinen Platz gibt. Ich sehe es daher 50 zu 50. Aus meiner Sicht, der Sausage Kerb, der Teil der Strecke ist, hat Max zurück auf die Strecke befördert. Vielleicht hätte Lewis besser die Bremse eher lösen können", so der 40-jährige Massa gegenüber dem englischen Sender "Sky F1".

Auch der Ex-Rennfahrer und 59-fache Formel-1-Starter Paul Di Resta sieht zumindest eine Teilschuld bei Hamilton, sodass er zu dem Entschluss kommt, es habe sich im königlichen Park von Monza um einen Rennunfall ohne Hauptschuldigen gehandelt: "Es ist 50 zu 50, es ist Racing! Darum geht es im Sport!"


Mehr dazu: Danner zur Schuldfrage: "Für mich ganz klar ..."


Der Schotte ergänzte: "Diese beiden kämpfen Kopf-an-Kopf um die Weltmeisterschaft. Ich hoffe, dass sie großen Respekt gegenseitig zeigen, weil da noch viele weitere große Dinge auf sie warten."

Auch Ralf Schumacher ist sich sicher, dass in den kommenden Wochen und Monaten weitere heiße Duelle auf den acht verbleibenden Rennstrecken in dieser F1-Saison folgen werden: "Hamilton will unbedingt den achten Weltmeistertitel und Verstappen sieht die Chance auf den Titel jetzt und gibt alles dafür. Es ist ein absoluter Kampf auf Augenhöhe mit zwei super Fahrern. Perfekt für uns Zuschauer!"