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"Schadensbegrenzung optimal gelungen"

Red Bull dankt Pérez und sieht sich im Vorteil

10.09.2021 20:50
Sergio Pérez musste Max Verstappen Windschatten spendieren
© Glenn Dunbar via www.imago-images.de
Sergio Pérez musste Max Verstappen Windschatten spendieren

Schadensbegrenzung wollte Red Bull in Monza betreiben, und das ist dem Formel-1-Rennstall in der Qualifikation am Freitag durchaus gelungen. Denn dass Max Verstappen mit Platz drei direkt hinter den beiden Mercedes landen würde, war im Vorfeld nicht unbedingt erwartet worden - auch nicht nach Q1 und Q2. Denn dort sah es danach aus, als könnte McLaren noch eine gute Rolle spielen.

Das war mit den Plätzen vier und fünf auch der Fall, doch Verstappen konnte Lando Norris und Daniel Ricciardo um 23, respektive 29 Tausendstelsekunden schlagen. Und dafür war vor allem sein Teamkollege Sergio Pérez von elementarer Bedeutung.

Der Mexikaner, der Neunter wurde, opferte seine eigene Startposition, um seinem Stallgefährten Windschatten zu spendieren. "Er hat rund eine halbe Sekunde geopfert und sollte dementsprechend weiter vorne sein", betont Teamchef Christian Horner, während Motorsportkonsulent Helmut Marko ihn im "ORF" für seinen "entscheidenden Beistand" lobt. "Danke an ihn", sagt der Österreicher.

Die halbe Sekunde - wenn es so stimmt wie Horner sagt - hätte ihn auf Platz sechs hinter die beiden McLaren gebracht, doch wahrscheinlich würde dann auch Verstappen hinter den beiden stehen. So ist er jedoch direkt in Schlagdistanz: "Die Schadensbegrenzung ist optimal gelungen", betont Marko.

Gut, dass Bottas ganz vorne steht

Was Red Bull vor allem freut: Im Vorjahr fehlten Verstappen neun Zehntelsekunden auf die Poleposition, heute waren es nur vier Zehntelsekunden. Das zeigt, wie stark sich Red Bull im Vergleich zu 2020 gesteigert hat.

Das gibt dem Team auch Chancen, etwas im Sprint-Qualifying auszurichten. Markos Ziel ist erst einmal, die erste Kurve zu überstehen, weil McLaren traditionell gut startet und laut ihm stark aussieht. "Das Wichtigste ist anzukommen", betont er, hat aber auch den Blick nach vorne.

Denn natürlich freut sich Red Bull, dass Valtteri Bottas ganz vorne steht - nicht Lewis Hamilton. Zwar dürfte Mercedes irgendwann Hamilton nach vorne holen, da Bottas nach einem Motorenwechsel ohnehin ganz hinten starten wird, doch beim Team sieht man so zumindest eine Chance am Start.

"Hamilton startet auf der schmutzigen Spur. Das kann in der ersten Kurve interessant werden", meint Marko. "Max ist auf der richtigen Seite im Grid", sagt auch Horner und hofft, dass der Niederländer nach dem Start einen guten Windschatten abgreifen und angreifen kann. "Es wird ein aufregender Sprint", so der Teamchef.

Wann kommt der neue Motor?

Offen ist aber noch die Frage, wann Red Bull seinen Motorenjoker zieht. Sergio Pérez hatte in Zandvoort einen neuen Motor bekommen, irgendwann in naher Zukunft wird es auch Max Verstappen treffen.

Monza war in den vergangenen Jahren ein beliebter Ort für solche Strafen - auch weil ein frischer Motor auf den langen Geraden helfen könnte. Und: Red Bull rechnet sich gegen Mercedes ohnehin nicht allzu viel aus. Die haben jedoch mit Bottas ihrerseits schon diese Karte ausgespielt.

"Es gibt eine ganze Reihe von Szenarien", erklärt Horner. "Der Motor ist vorbereitet auf dem Truck. Es geht nur darum, wann man den Schalter umlegt. Es gibt so viele Szenarien, die das diktieren können. Es gibt also keinen klaren Plan, ob es hier, hier oder hier sein wird."

Laut Marko war man mit der Motorenleistung im Qualifying in Monza in allen drei Abschnitten am Limit. Im ersten Training hatte Red Bull noch etwas ausprobiert und war auf minimalen Abtrieb gegangen. "Das hat sich überhaupt nicht bewährt. Sowohl beim Bremsen als auch in der Traktion haben wir zu viel verloren", sagt er.

Im Qualifying sei man dann aber einen Kompromiss eingegangen und habe das Auto kalkulierbarer gemacht, damit Verstappen auch besser attackieren kann. "Das ist gelungen", lobt Marko. Und das hat Red Bull am Ende Platz drei und eine gute Ausgangsposition für den Sprint gebracht.