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Zwei-Runden-Rennen von Spa schlägt weiterhin hohe Wellen

"Desaster!" - Ecclestone attackiert Formel-1-Bosse

31.08.2021 12:33
Bernie Ecclestone ärgerte sich über die Entscheidungen in der Formel 1
© HOCH ZWEI via www.imago-images.de
Bernie Ecclestone ärgerte sich über die Entscheidungen in der Formel 1

Der Große Preis von Belgien am letzten Sonntag wird der Formel 1 wohl noch jahrelang in Erinnerung bleiben. Allerdings nicht etwa aufgrund des packenden Motorsports, der in Spa-Francorchamps von den Piloten geboten erwartet wurde, sondern wegen des stundenlangen Regenchaos und der Entscheidung, das Rennen nach nicht einmal einer Handvoll gefahrener Runden hinter dem Safety Car abzubrechen - und trotzdem zu werten.

Jetzt hat sich auch der jahrzehntelange Formel-1-Macher Bernie Ecclestone zu den Vorfällen in Belgien geäußert und im Gespräch mit "f1-insider.com" keinerlei Verständnis für das abwartende und zögerliche Handeln der F1-Verantwortlichen gezeigt.

"Wie kannst du nur die zwei Runden hinter dem Safetycar fahren lassen, dann das Rennen beenden und dich dann wie Stefano (Domenicali, F1-Chef, Anm. d. Red.) hinstellen und sagen: 'Wir hatten keine kommerziellen Gründe dafür!'?"

Zuvor hatte bereits Weltmeister Lewis Hamilton den Vorwurf geäußert, dass es besonders wirtschaftliche Interessen waren, warum die Organisatoren des Belgien-Rennens über drei Stunden warteten, um bei kontinuierlich verregneter Wetterlage eine Entscheidung zu treffen.


Mehr dazu: Lewis Hamilton mit harscher Kritik an F1-Rennleitung


Die Stunden der Ungewissheit und des Abwarten seien für Bernie Ecclestone am Sonntagnachmittag das Schlimmste gewesen, betonte der mittlerweile 90-jährige Ecclestone, der sich 2017 nach knapp 60 Jahren aus der Formel 1 zurückgezogen hatte.

"Es war ein Desaster. Auf das Wetter hast du keinen Einfluss, wie du damit umgehst, dagegen schon. Man merkte, dass keiner die Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen wollte. Sie flogen daher wie in einem schwerelosen Raum. Und am Ende machten sie gemeinsam alles falsch", echauffierte sich der einstige F1-Zampano nach dem Belgien-Wochenende, aus dem Max Verstappen als Sieger hervorging und sich immerhin 12,5 WM-Zähler schnappte.

Zandvoort-Rennen droht ebenfalls Regen

Ecclestone erinnerte sich an ein vergleichbares Rennen vor über 30 Jahren in Australien. Damals hätten er und die Teams vor einer ähnlichen Entscheidung gestanden und es letztlich deutlich transparenter und nachvollziehbarer gelöst. 

Über das Rennen in Adelaide im Jahr 1990 berichtete der Brite: "Es regnete noch mehr als in Spa. Die Fahrer muckten, doch ich sagte ihnen: 'Ihr müsst nicht fahren, Eure Entscheidung!' Wir starteten das Rennen und nach 14 Runden merkten wir: Es macht keinen Sinn. Aber wir haben es immerhin richtig versucht."

Derweil scheint es nach aktuellem Stand gut möglich zu sein, dass die Formel 1 am kommenden Wochenende schon vor ihrem nächsten Regenrennen steht. Ab Freitag kehrt die Königsklasse des Motorsports nämlich nach Zandvoort in die Niederlande zurück, wo es ebenfalls einen oder mehrere Tage durchregnen könnte.