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Nur wenige Tage nach dem Crash mit Hamilton

Wie Verstappen in Silverstone vom Sim-Racing profitierte

09.08.2021 11:48
Max Verstappen tauscht den echten Rennwagen häufig gegen virtuelle Autos
© MST
Max Verstappen tauscht den echten Rennwagen häufig gegen virtuelle Autos

Der Aufprall bei seinem Unfall in Silverstone war hart. Doch Max Verstappen hat sich vom Zwischenfall mit Lewis Hamilton in der Startrunde des Großbritannien-Grand-Prix nicht aus der Bahn werfen lassen: Schon wenige Tage später saß Verstappen wieder im Rennauto - aber virtuell. Beim Sim-Racing holte sich der Formel-1-Fahrer die Bestätigung, dass der Crash keine Folgen haben würde.

Letzteres ist zumindest die These, die Atze Kerkhof vertritt. Kerkhof ist Teamdirektor beim Sim-Racing-Rennstall Redline, für den Verstappen regelmäßig Sim-Rennen bestreitet. So auch zwischen Silverstone und Budapest, als Verstappen bei den virtuellen 24 Stunden von Spa-Francorchamps mitfuhr.

Und Kerkhof betont im Gespräch mit Motorsport.com Niederlande: Verstappen sei so schnell gewesen wie eh und je. "Max hat keine Sekunde verschenkt. Es braucht schon viel Konzentration, wenn du das Auto für zwei Stunden am Limit hältst, und das im Duell mit den weltbesten E-Sport-Fahrern. Max zählt aktuell eben zu den besten Sim-Racern der Welt."

Wie Verstappen im Sim-Racing tickt

Verstappen strebe nach der absoluten Perfektion, sagt Kerkhof weiter. "Für ihn stellt es eine Herausforderung dar, einen Stint zu fahren, ohne auch nur eine Sekunde liegenzulassen. Er ist sehr gut darin, wird aber immer noch besser. Und ich glaube, das bringt ihm auch was für die echte Rennstrecke."

Nach Silverstone habe Verstappen vor allem das Bremsen geholfen, einen Eindruck von seiner Leistungsfähigkeit zu bekommen, meint Kerkhof. Er erklärt: "Für Max ist im Simulator wichtig, dass er praktisch die gleiche Bremstechnik verwenden kann wie in echt. Er will das Pedal ungefähr mit der gleichen Kraft drücken müssen."

Im Fall Verstappen bedeutet das: 130 Kilogramm, immer und immer wieder, für die maximale Bremsleistung im virtuellen Rennwagen. "In der Realität", sagt Kerkhof, "macht das eigentlich kaum jemand, aber Max hat sein Pedal so steif eingestellt. Wenn du ein langes Rennen fährst, ist das ein guter Krafttest."

Bei den 24h Spa im Sim-Racing habe ihm diese Herangehensweise weitergeholfen. Kerkhof spricht von einer "guten Bestätigung" für Verstappen, "dass er zwei Stunden lang 100 Kilogramm drücken konnte, ohne Rückenschmerzen oder sonstige Beschwerden zu haben". Verstappens Körper habe die Unfallfolgen also gut weggesteckt.

Eine Woche danach saß Verstappen wieder im Formel-1-Auto, ebenfalls ohne Beschwerden. Die virtuellen 24h Spa hatte er gewissermaßen als Warm-up gemeinsam mit Jeff Giassi und Gianni Vecchio auf einem Porsche 911 GT3 auf Position fünf beendet.