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Durant in der zweiten Hälfte nicht zu stoppen

Team USA bittet Frankreich zum Final-Tanz

05.08.2021 15:23
Die US-Basketballer stehen im Olympia-Finale
© JOE GIDDENS via www.imago-images.de
Die US-Basketballer stehen im Olympia-Finale

Bekanntlich ist ein angeschlagener Boxer immer gefährlich. Kevin Durant bewies mit dem Team USA, dass sich die Erkenntnis problemlos auf den Basketball übertragen lässt.

"Sie haben uns mit einem netten Schwinger getroffen, doch wir konnten aufstehen", sagte der NBA-Superstar nach dem letztlich klaren Halbfinalsieg über Australien. Trotz mehrerer Dellen spielt der Titelfavorit wieder um Olympiagold, auch wegen Durant. Es geht gegen Frankreich, das den USA in der Vorrunde eine Niederlage zugefügt hatte.

Mit 23 Punkten war KD beim 97:78 (42:45) über die Boomers der Beste, wie schon im Viertelfinale gegen Spanien, als der Schlüsselspieler von den Brooklyn Nets auf 29 kam. "Wir zehren von seiner Energie", sagte Teamkollege Devin Booker, die Erfahrung des 32-Jährigen sei enorm wichtig: "Er kennt diese Situationen, und dementsprechend führt er uns."

Durant ist der vierte US-Profi, der mindestens dreimal für Olympia nominiert wurde. Nur Carmelo Anthony, LeBron James und David Robinson waren zuvor so häufig dabei.

Die bisherige Punktebestmarke der Amerikaner, die Anthony (336) hielt, hat sich Durant in Tokio geholt - vor dem Endspiel am Samstag (04.30 Uhr MESZ) steht der zweimalige NBA-Champion bei 406. Und nach den Erfolgen von London und Rio könnte er mit Rekordhalter Anthony gleichziehen, der als einziger Basketballer dreimal Gold gewann (2008, 2012, 2016).

Frankreich räumt Doncic aus dem Weg

Diesmal steht noch Frankreich im Weg, das am Donnerstag Slowenien um Topstar Luka Doncic in einem echten Krimi mit 90:89 (42:44) besiegte. Für Doncic von den Dallas Mavericks, der mit 16 Punkten, 10 Rebounds und 18 Assists das erst dritte "Triple Double" der Olympia-Historie ablieferte, war es im 18. Spiel die erste Niederlage für sein Land. Frankreich mit Star-Center Rudy Gobert greift nach dem ersten Gold, 1948 und 2000 hatte es zu Silber gereicht.

Ruft der US-Verband, ist Durant da. "Ich habe mich dem Team verschrieben, seit ich vom College gegangen bin", sagte er einmal, "und wenn ich gesund bin, nutze ich jede Chance, die ich bekommen kann." In bisher 46 Einsätzen hat der Weltmeister von 2010 dreimal verloren.

Zwischenzeitlich sah es so aus, als würde sich die Bilanz verschlechtern. Gegen Australien hatten die Amerikaner zunächst große Probleme und fanden offensiv überhaupt nicht in ihren Rhythmus. Die ersten neun Dreierversuche gingen vorbei, früh lag das US-Team mit 15 Punkten hinten (26:41/15. Minute). Der besagte Schwinger saß.

Team USA warnt vor Frankreich

"Wir wissen, dass die Gegner uns früh runterbringen und warten wollen, was passiert. Dass sie uns einen Schlag versetzen wollen", sagte Durant. Die Mannschaft habe sich dennoch an ihre Prinzipien gehalten und dann "das Momentum bekommen".

Und wie. Der 15-malige Olympiasieger beendete die erste Hälfte mit einem 16:4-Lauf, startete in die zweite mit einem 12:0 und hatte die Australier fortan komplett im Griff. Hinter Durant war Booker von NBA-Vizemeister Phoenix Suns (20) der beste Werfer.

Doch die Schwächephase ist eine Warnung. "Sie haben uns in Einzelteile zerlegt", sagte Trainer Gregg Popovich: "Es sah so aus, als hätten wir noch nie zusammengespielt." Auch Durant weiß, dass die Dauersieger das Gold nicht nebenbei einstecken: "Es ist ein harter Gang für uns."